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Phenazon bei Migräneattacken

12.09.2006
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Phenazon bei Migräneattacken

PZ / Phenazon in einer schnell-freisetzenden Galenik ist eine wirksame und gut verträgliche Option zur Behandlung von Migräneattacken. Zudem mindert das Analgetikum die Migräne-typischen Begleitsymptome wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit und Übelkeit. Dies zeigte eine Studie des Kieler Schmerzspezialisten Professor Dr. Hartmut Göbel (Cephalalgia 24, 2004, 888-893).

 

An der Untersuchung nahmen 208 Patienten teil, die pro Monat ein bis sechs mittelschwere beziehungsweise schwere Migräneattacken hatten. Bei einer Attacke nahmen sie entweder zweimal 500 mg Phenazon (Migräne-Kranit®) oder Placebo ein. Primärer Endpunkt war eine deutliche Reduktion der Kopfschmerzen innerhalb von zwei Stunden (von starken oder moderaten auf leichte bis keine Schmerzen). Mit Phenazon erreichten dies 48,6 Prozent, mit Placebo 27,2 Prozent. Dabei sprachen jeweils Patienten mit mittelstarker Migräne besser auf die Therapie an, als diejenigen mit starken Schmerzen: 54 und 39 Prozent mit Phenazon, 32 und 17 Prozent mit Placebo. Schmerzfrei nach zwei Stunden waren mit Verum 27,6 Prozent (Placebo: 13,6 Prozent). Alle Unterschiede waren signifikant. Auch Symptome wie Phono- und Photophobie sowie Übelkeit wurden unter Phenazon im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert.

 

Zwei Stunden nach Einnahme der Studienmedikation nahmen 38 Prozent der Patienten in der Verumgruppe und 70 Prozent in der Placebogruppe aufgrund unzureichender Schmerzlinderung ein weiteres Medikament ein. Laut Empfehlung der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft sind zur Selbstbehandlung akuter Migräneattacken Mittel der Wahl Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Paracetamol sowie die fixe Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein. Als Vorteil von Phenazon wertet Göbel die gute Magenverträglichkeit. Auch Anwendungsbeschränkungen, die zum Beispiel für Acetylsalicylsäure oder Triptane gelten, kämen bei Phenazon nicht zum Tragen.

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