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Gesetzliche Krankenversicherung

Stabile Finanzen

03.09.2014  09:49 Uhr

Von Anna Hohle / Die Finanzlage der Gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) ist im ersten Halbjahr 2014 weiter stabil geblieben. Wie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mitteilte, profitierten die Kassen unter anderem von der Verlängerung des Preismoratoriums für bestimmte Arzneimittel und von Rabattverträgen.

Die Krankenkassen stehen in Deutschland finanziell weiter gut da. Das ist den Halbjahres­zahlen für die GKV zu entnehmen, die das BMG am Dienstag veröffentlichte. Demnach ver­fügen Gesundheitsfonds und Kassen derzeit insgesamt über Reserven von 26,6 Milliarden Euro. 16,2 Milliarden davon liegen bei den Versicherern.

 

Zwar haben die Kassen zwischen Januar und Juni mit 102,3 Milliarden Euro etwas mehr ausgegeben als eingenommen (101,7 Milliarden Euro), unter anderem aufgrund von Prämienausschüttungen. Weitere Mehr­aus­gaben etwa durch das Ende der Praxisgebühr und Zusatzkosten für Krankenhäuser seien jedoch durch zusätzliche 500 Millionen Euro aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds teilweise ausgeglichen worden, teilte das BMG mit. Dasselbe gelte für die Kosten, die infolge der Absenkung des Bundeszuschusses entstanden sind.

 

Pro Versichertem gaben die Krankenkassen 5,2 Prozent mehr aus als im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Arzneimittelausgaben in der GKV sind um knapp 9 Prozent gestiegen, unter anderem durch die Absenkung des erhöhten Herstellerrabatts und die Entwicklung neuer innovativer Wirkstoffe. Dank der Verlängerung des Preismoratoriums, des Herstellerabschlags von 7 Prozent und der Rabattverträge blieb der Ausgabenanstieg laut BMG jedoch überschaubar. Allein durch Rabattver­ein­ba­run­gen hätten die Kassen zwischen Januar und Juni 1,5 Milliarden Euro gespart, 200 Millionen mehr als im ersten Halbjahr 2013.

 

Ersatzkassen im Minus

 

Allerdings ist die finanzielle Situation nicht bei allen Kassen gleich gut. Während etwa die Allgemeinen Ortskrankenkassen und die Knappschaft-Bahn-See ein kräftiges Plus von 167 beziehungsweise 121 Euro erzielten, haben die Ausgaben anderer Versicherer deren Einnahmen im ersten Halbjahr überstiegen. Das größte Minus machten in dieser Hinsicht die Ersatzkassen (- 681 Millionen Euro). Bei den Betriebskrankenkassen (- 166 Millionen Euro) und den Innungskrankenkassen (- 62 Millionen Euro) sah es ähnlich aus.

 

Andererseits haben die Krankenkassen in Deutschland im vergangenen halben Jahr auch 517 Millionen Euro in Form von Prämien oder freiwilligen Leistungen an ihre Versicherten ausgeschüttet, wodurch sich die negativen Bilanzen teilweise erklären. /

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