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Kassenfinanzen 2020

Höhere Ausgaben für Behandlungen, Arzneimittel und Krankengeld

Die Kassen fahren im Corona-Jahr 2020 ein weit höheres Defizit ein als 2019. Zu Buche schlagen vor allem höhere Ausgaben für ärztliche Behandlung, Arzneimittel und Krankengeld.
Ev Tebroke
10.03.2021  14:35 Uhr

Die Krankenkassen schließen das Jahr 2020 mit einem voraussichtlichen Minus von 2,65 Milliarden Euro ab. 2019 hatte das Defizit am Jahresende noch bei 1,5 Milliarden Euro gelegen. Zwar sind die Einnahmen um 4 Prozent auf rund 260 Milliarden Euro gestiegen. Dies basiert vor allem auf den Corona-bedingt höheren Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Gleichzeitig gab es aber auch bei den Ausgaben einen Zuwachs um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie belaufen sich voraussichtlich auf 262,64 Milliarden Euro. Dies geht aus den vorläufigen Finanzergebnissen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für 2020 hervor, die das Bundeministerium für Gesundheit (BMG) nun veröffentlicht hat.

5,4 Prozent Ausgabensteigerung bei Arzneimitteln

Am teuersten kamen den Krankenkassen die Klinikbehandlungen zu stehen. Sie verursachten satte 31 Prozent der Gesamtausgaben. Beinahe jeder fünfte Euro (18 Prozent) ist in die Behandlungskosten der niedergelassenen Ärzte geflossen, Arzneimittel verursachten 17 Prozent der Gesamtausgaben. »Deutlich überproportionale Zuwächse« gab es dabei laut BMG  im Bereich der ärztlichen Behandlungen. Die Ausgaben in diesem Bereich stiegen den vorläufigen Schätzungen der Kassen zufolge um 7,3 Prozent gegenüber 2019. Da für das zweite Halbjahr noch keine Abrechnungsdaten der Ärzte vorlägen, seien diese Veränderungsraten jedoch noch unsicher, so das BMG. Die Ausgaben belaufen sich bislang schätzungsweise auf 48,49 Milliarden Euro, das wären rund 2,89 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Was die Arzneimittelausgaben betrifft, so stiegen diese 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf rund 45,58 Milliarden Euro. Das sind rund 2,2 Milliarden Euro mehr als 2019. Grundsätzlich fiel der Ausgabenanstieg 2020 aber um 0,2 Prozentpunkte niedriger aus als im Vorjahr. Kostendämpfend wirkte sich die Absenkung der Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte aus. Darüber hinaus konnten die Krankenkassen auch über Rabatte erneut kräftig sparen. So seien die Rabattvereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmen nach den vorläufigen Finanzergebnissen um 1,7 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr, erklärte das BMG auf Nachfrage der PZ. 2019 hatten die Kassen fast 5 Milliarden Euro über solche Nachlässe gespart. 

Deutlich zu Buche schlugen bei den Kassen im Jahr 2020 die Ausgaben für Krankengeld (6 Prozent der Gesamtausgaben). Rund 15,95 Milliarden Euro gaben die Kassen für diesen Posten aus und damit 1,55 Milliarden Euro mehr als 2019. Auch die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen stiegen 2020 und zwar um 1,25 Milliarden Euro auf 82,15 Milliarden Euro.

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