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Grippe

Erstmals Impfung durch die Nase

04.09.2012  15:22 Uhr

PZ / Ab September 2012 steht mit Fluenz® Nasenspray ein nasaler Influenza-Impfstoff für Kinder zur Verfügung. Hersteller Astra-Zeneca hatte bereits Anfang 2011 von der Europäischen Kommission die Zulassung erhalten.

Zur Grippesaison 2012/2013 wird die Vakzine nun in Deutschland eingeführt. Sie ist zugelassen zur Prävention der saisonalen Influenza bei Kindern im Alter von 24 Monaten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. In den USA ist der nasale Impfstoff bereits seit 2003 zugelassen und wird unter dem Markennamen FluMist® zur Grippeprophylaxe bei Erwachsenen und Kinder eingesetzt.

Fluenz ist ein attenuierter Lebend­impfstoff, der das Immunsystem nachhaltiger aktiviert als Todimpfstoffe. Er enthält die zur diesjährigen Grippesaison empfohlenen Influenzastämme A/California/7/2009 (H1N1), A/Victoria/361/2011 (H3N2) und B/Wisconsin/1/2010. Laut Astra-Zeneca ist die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs in mehr als 70 Studien mit mehr als 40 000 Kindern und Jugendlichen nachgewiesen worden.

 

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) empfiehlt in einer bereits im Juli veröffentlichten Stellungnahme die Verwendung des nasalen Impfstoffs. Einige der derzeitigen Rabattverträge verhinderten jedoch den bundesweiten Einsatz bei gesetzlich versicherten Kindern. Dabei sei die neue nasale Lebendimpfung besser wirksam als die zu spritzenden Totimpfstoffe. »Es ist skandalös und im Interesse des Kindeswohls nicht akzeptabel, dass die gesetzlichen Krankenkassen uns Kinder- und Jugendärzten mit dem Ziel der Kosteneinsparung für Kinder und Jugendliche weniger geeignete Grippeimpfstoffe im Rahmen von Rabattverträgen vorschreiben«, kritisierte BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann.

 

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen in Studien waren eine verstopfte Nase oder Rhinorrhö. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die eine Salicylat-Therapie erhalten, ist der neue Impfstoff kontraindiziert. Denn Salicylate und eine Wildtyp-Influenza-Infektion wurden mit dem Reye-Syndrom in Verbindung gebracht. /

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