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KBV-Umfrage

Apothekerwissen zu selten gefragt

31.08.2016
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Von Jennifer Evans, Berlin / Patienten sind mit der Kompetenz ihrer Ärzte und den Praxis-Wartezeiten zufrieden. Wie eine Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) 2016 ergab, sieht es hingegen bei der Bewertung der Arzneimittelversorgung nach einem Klinikaufenthalt eher durchwachsen aus. Außerdem werden bei Fragen zum Gesundheitswesen Apotheker kaum konsultiert.

Zum zehnten Mal führte die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV eine repräsentative Versichertenbefragung durch. Demnach halten 93 Prozent der 6113 Umfrageteilnehmer ihren Arzt für kompetent, 41 Prozent empfinden die Wartezeiten in Arztpraxen als angemessen und 47 Prozent mussten überhaupt nicht warten. Zum Teil zeichne die Politik das Bild, dass die ambulante Versorgung im Argen liege und alles schlecht sei, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen am Dienstag in Berlin. »Gegen diesen Populismus setzen wir Fakten.«

Anders sieht es mit der Patientenzufriedenheit nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus aus. Demnach bekam von den 25 Prozent, die einen Klinikaufenthalt hinter sich hatten, rund jeder Zweite bei seiner Entlassung keine Medikamente. Und 63 Prozent gaben an, dass sie auch übers Wochenende keine Arzneimittel zur Überbrückung bekommen hätten.

 

Besser informieren

 

Wenn es um gesetzliche Veränderungen im Gesundheitswesen geht, fühlen sich 52 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht ausreichend informiert. 65 Prozent möchten über Änderungen von ihrer Krankenkasse informiert werden, 40 Prozent vom Arzt, 16 Prozent bevorzugen das Gesundheitsministerium und nur 3 Prozent erwarten von ihrer Apotheke Aufklärung (bis zu zwei Antwortoptionen waren möglich). Nach Angaben der KBV spielen bei diesem Ergebnis Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Wohnort, Häufigkeit der Arztbesuche und der eigene Gesundheitsstand der Befragten keine Rolle. /

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