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Tarifverhandlungen

Kein Mandat für Gehaltserhöhungen

26.08.2015
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Von Ev Tebroke / Bis auf Weiteres scheint für die rund 136 000 Apotheken­angestellten keine Gehaltserhöhung in Sicht. Wie die Apotheken­gewerkschaft Adexa mitteilte, kam es bei einem Treffen zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) und der Adexa vergangene Woche zu keinem Ergebnis.

Dem ADA-Vorsitzendem Theo Hasse zufolge handelte es sich bei dem Treffen allerdings – anders als von Gewerkschaftsseite formuliert – nicht um Tarifverhandlungen, sondern lediglich um ein Spitzengespräch zwischen beiden Seiten mit dem Ziel, Positionen auszuloten und mögliche Wege zu einem neuen Gehaltstarifvertrag zu benennen.

In den im April begonnen Tarifgesprächen hat der ADA bislang von seinen Mitgliedern kein Verhandlungsmandat für eine Gehaltserhöhung erhalten. »Wir müssen jetzt schauen, wie es weitergeht«, sagte Hasse gegenüber der PZ. Bislang zeige sich die Politik nicht willig, die Leistungen der Apotheker besser zu honorieren und damit auch den Mitarbeitern einen besseren Lohn zukommen zu lassen.

 

Der ADA-Vorsitzende begrüßte es ausdrücklich, dass auch die Adexa die Vernachlässigung der Apotheken durch die Politik anprangert. Die Gewerkschaft hatte in diesem Zusammenhang bedauert, dass die Apotheken derart am Tropf der Gesundheitspolitik hingen. Demnach sehe sich die Arbeitgeberseite ohne konkrete Honorarzusagen der Politik außerstande, Gehaltserhöhungen an ihre Mitarbeiter zu zahlen. Zuletzt hatten Hasse und die Adexa-Vorsitzende Barbara Neusetzer Anfang Juli mit Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) über eine Erhöhung des Apothekenhonorars gesprochen. Dies erachten beide Seiten als notwendig, um unter anderem die Abwanderung der Mitarbeiter in besser bezahlte Branchen zu verhindern.

 

»Dass ohne adäquate Gehälter die Attraktivität der Apothekenberufe sinkt, ist keine neue Erkenntnis«, heißt es seitens der Adexa. Vor dem Hintergrund, dass bereits vielerorts Mitarbeitermangel herrsche und gleichzeitig 30 bis 40 Prozent der Apothekenleiter in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichten, sei die Versorgung der Bevölkerung mittelfristig gefährdet.

 

Hasse verweist nun auf die neuen Halbjahreszahlen für die Arzneimittelausgaben 2015, die die ABDA nächste Woche präsentieren werde. Mit Blick auf die kürzlich vom Marktforschungsinstitut IMS Health veröffentlichten Daten zu den Arzneimittelausgaben betonte Hasse, dass dort dokumentierte Umsatzzuwächse keinesfalls mit Gewinnzuwächsen gleichzusetzen seien. /

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