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Neue Empfehlungen

HPV-Impfung für 9- bis 14-Jährige

26.08.2014  16:47 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Altersempfehlung für die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) herabgesetzt. Ab sofort sollen Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren, statt bisher 12 bis 17 Jahren, die HPV-Impfung bekommen.

 

Das ist die wichtigste Neuerung in den überarbeiteten Impfempfehlungen, die die Kommission jetzt im »Epidemiologischen Bulletin« veröffentlichte. Damit soll erreicht werden, dass mehr Mädchen als bisher vor einer HPV-Infektion geschützt werden, bevor sie sexuell aktiv werden. Hinzu kommt: Höhere Antikörper-Antworten in dieser Altersgruppe legen nahe, dass im jüngeren Alter ein besseres Ansprechen durch eine Impfung gegen HPV erreicht werden kann, sodass bei 9- bis 14-Jährigen nur zwei statt drei Impf­termine erforderlich sind.

 

Der frühere Impftermin hat auch den Vorteil, dass es mit der U11 im Alter von neun bis zehn Jahren jetzt neben der J1 im Alter von 12 bis 14 Jahren einen zweiten Vorsorgetermin gibt, an dem die Mädchen ohnehin Kontakt zum Gesundheitssystem haben, und der für eine Empfehlung der Impfung genutzt werden kann.

 

Es gebe bislang keine Hinweise für ein Nachlassen der Schutzwirkung nach HPV-Impfung, teilt die STIKO mit. Das zeige eine neue Übersichtsarbeit zu Effektivität und Dauer des Impfschutzes gegen HPV. Außerdem wurden die Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung überarbeitet, die jetzt für weitere Risikogruppen empfohlen wird, beispielsweise Cochlea-Implantat-Träger.

 

Eine abschließende Entscheidung bezüglich der neuen Meningokokken-B-Impfung wurde nicht getroffen. Dazu reiche die Datenlage nicht aus. Die ausführlichen wissenschaftlichen Begründungen für die geänderten Impfempfehlungen werden in den nächsten beiden Ausgaben des Epidemiologischen Bulletins folgen. /

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