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Ginkgo

Bei normaler Dosierung sicher

27.08.2013
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Von Annette Mende / Ginkgo-biloba-haltige Präparate wie der standardisierte Extrakt EGb 761 (Tebonin®) bergen als pflanzliche Arzneimittel prinzipiell die Gefahr von Interaktionen mit anderen Medikamenten. Diese ist aber überschaubar, so lange das Phytopharmakon nicht überdosiert wird.

 

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Privatdozent Dr. Mattias Unger, Pharmazeutischer Chemiker von der Universität Würzburg, die jetzt im Fachjournal »Drug Metabolism Reviews« erschienen ist (doi: 10.3109/03602532. 2013.815200).

Unger ging darin Hinweisen aus früheren Unter­su­chun­­gen nach, in denen verschiedene hoch do­sierte Gink­go-biloba-Extrakte in vitro sowohl eine Hem­mung als auch eine Induktion diverser meta­bo­li­scher En­zy­me und Transportproteine bewirkt hatten. In vivo bei der Anwendung am Menschen bestä­tig­ten sich diese Ergebnisse jedoch nicht. Für EGb 761 konnte Unger auch bei der empfohlenen Maximaldosierung von 240 mg täglich kein klinisch relevantes Inter­aktions­po­ten­zial nachweisen. Erst eine Überdosierung von Ginkgo-biloba-Präparaten führte zu einer leichten CYP2C19-Induktion sowie zu einer schwachen CYP3A4- Inhibition.

 

Die Einnahme von EGb 761 zusammen mit anderen synthetischen Arzneistoffen scheint demnach sicher zu sein, so lange die Maximaldosis des Ginkgo-Extrakts von 240 mg pro Tag nicht überschritten wird, so Ungers Fazit. Unsicher sei jedoch, ob das auch für andere Ginkgo-Extrakte gelte. Explizit weist der Autor darauf hin, dass ein relevantes Interaktionspotenzial bei ungenau gekennzeichneten Ginkgo-Extrakten, wie sie etwa in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden sind, nicht ausgeschlossen werden kann. / 

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