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28.08.2012  15:15 Uhr

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Kiffen macht blöd

 

PZ / Jahrelanger Cannabiskonsum beeinträchtigt die Intelligenz. Am deutlichsten sinkt der Intelligenzquotient (IQ) bei Jugendlichen, die regelmäßig Marihuana konsumierten, wie US-amerikanische Forscher in den »Procedings of the National Academy of Sciences« berichten (doi: 10.1073/pnas.1206820 109). Die Wissenschaftler um Madeline Meier von der Duke University begleiteten mehr als 1000 Studienteilnehmer aus Neuseeland von ihrer Geburt an 38 Jahre lang. In Interviews befragten die Forscher die Probanden im Alter von 18, 21, 26, 32 und 38 Jahren zu ihrem Cannabiskonsum. IQ-Tests wurden vor Beginn des Konsums im Alter von 13 sowie im Alter von 38 Jahren durchgeführt. Bei den Teilnehmern, die regelmäßig Cannabis rauchten, stellten die Forscher eine deutliche Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten fest. Auch Freunde derjenigen, die regelmäßig Cannabis rauchten, berichteten, dass die Langzeit-Konsumenten Probleme hatten sich zu konzentrieren oder sich an etwas zu erinnern. Dabei sank der IQ besonders bei den Probanden, die früh mit dem Cannabis-Rauchen begonnen hatten. Je mehr sie kifften, desto stärker waren auch die Beeinträchtigungen. Diese waren zudem nur teilweise reversibel: Blieben die Jugendlichen nach regelmäßigem Konsum abstinent, stellte sich die neuropsychologische Funktion nicht vollständig wieder her.

 

Gleiches Krebs-Überleben in West und Ost

 

dpa / Vor der Wiedervereinigung 1990 hatten Krebskranke im Westen Deutschlands deutlich höhere Überlebenschancen als im Osten. Nun haben sie sich weitgehend angeglichen. Das schreiben Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums im »European Journal of Epidemiology« (doi: 10.1007/s10654-012-9723-5). Bei ihrer Analyse der Fünfjahres-Überlebensraten für die Jahre 2002 bis 2006 fanden die Epidemiologen bei 20 von 25 untersuchten Krebsarten Unterschiede von weniger als 3 Prozent. Nur bei Krebs der Mundhöhle, der Speiseröhre und der Gallenblase sowie bei Melanomen waren die Überlebensraten in den alten Bundesländern statistisch signifikant höher. Umgekehrt hatten Menschen in den neuen Bundesländern einen kleinen Überlebensvorteil bei Leukämie. Anders vor dem Fall der Mauer: Noch in den 1970er- und 1980er-Jahren überlebten Menschen im Westen den Forschern zufolge eine Krebserkrankung deutlich länger als im Osten. So lag die Fünfjahres-Überlebensrate für Darmkrebs in der DDR Mitte der 1980er-Jahre bei lediglich 28 Prozent, während es in Westdeutschland 44 Prozent waren.

 

Einzelkinder sind häufiger zu dick

 

PZ / Kinder, die ohne Geschwister aufwachsen, sind häufiger übergewichtig oder adipös als Geschwisterkinder. Das zeigt eine Auswertung der Daten von mehr als 12 700 Kindern zwischen zwei und neun Jahren aus acht europä­ischen Ländern, erschienen im Fachblatt »Nutrition and Diabetes« (doi: 10.1038/nutd.2012. 8). Demnach haben Einzelkinder ein mehr als 50 Prozent höheres Risiko für Übergewicht als Geschwisterkinder (Odds ratio 1,52). Der Untersuchung zufolge leben Einzelkinder häufiger in Haushalten mit niedrigerem Bildungsniveau, spielen seltener draußen und haben häufiger einen Fernseher in ihrem Zimmer als Geschwisterkinder. Doch auch unter Berücksichtigung dieser Faktoren blieb der Zusammenhang zwischen Geschwisterlosigkeit und Übergewicht bestehen. »Als Einzelkind aufzuwachsen scheint ein eigener Risikofaktor zu sein«, kommentierte Erstautorin Monica Hunsberger von der Sahlgrenska Akademie im schwedischen Göteborg in einer Pressemitteilung. Die Gründe für diese Korrelation sind noch unklar.

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