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Allergische Ekzeme

Stillen schützt Babys nicht

30.08.2011
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Von Annette Mende / Kinder, die weniger als vier Monate lang ausschließlich gestillt werden, haben kein höheres Risiko für allergische Hautekzeme als Kinder, die länger als vier Monate nur Muttermilch erhalten.

Das belegen Ergebnisse der bislang größten epidemiologischen Studie zum Thema Allergien bei Kindern, der »International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC)«, die jetzt im »British Journal of Dematology« veröffentlicht wurde. Für die Publikation werteten Forscher die Daten von mehr als 51 000 Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren aus 21 Ländern in Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien aus.

In reichen Ländern war Stillen an sich, unabhängig von der Dauer, mit einem etwas niedrigeren Risiko für schwere Formen des Ekzems verbunden. Weder in reichen noch in Entwicklungsländern fanden die Wissenschaftler aber einen Beleg für die früher häufig postulierte generell schützende Wirkung des späten Abstillens vor allergisch bedingten Ekzemen. Dagegen gebe es immer mehr Hinweise darauf, dass frühes Zufüttern von potenziell allergenen Lebensmitteln, beispielsweise Erdnüssen, die Verträglichkeit gegenüber diesen Nahrungsmitteln erhöhe. Wann und in welchem Umfang das am besten geschehen sollte, müsse in weiteren Studien geklärt werden, schreiben die Forscher.

 

Die Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse sich ausschließlich auf den Zusammenhang zwischen dem Stillen und dem allergisch bedingten Ekzem beziehen. Dass Stillen für Mutter und Kind viele Vorteile hat und Muttermilch die beste Ernährung für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten darstellt, ziehen sie nicht in Zweifel. Doch brauchen nach dieser Studie Mütter, die ihr Baby nicht vier Monate lang ausschließlich stillen können, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn das Kind später ein Ekzem entwickelt. /

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