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Pharmamarkt

Unter das Niveau von 2004

29.08.2006
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Pharmamarkt

Unter das Niveau von 2004

Von Thomas Bellartz

 

In den ersten sechs Monaten ist der Umsatz bei apothekenpflichtigen Arzneimitteln gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 um 4,5 Prozent auf knapp 2,95 Milliarden Euro zu realen Apothekenabverkaufspreisen zurückgegangen. Der Umsatz ist damit nach einer leichten Erholung im ersten Halbjahr 2005 sogar geringfügig unter das Niveau des ersten Halbjahres 2004 gefallen.

 

Beim Absatz war der Rückgang mit knapp 4 Prozent auf 364 Millionen Packungen etwas weniger deutlich. Zumindest lag die Menge der abgegebenen Packungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres noch leicht über der des ersten Halbjahres 2004. Dabei hat sich der Abwärtstrend im Lauf des Jahres beschleunigt.

 

Gingen die Umsätze in diesem Marktsegment im ersten Quartal noch um 2,8 Prozent zurück, so lag das Minus im zweiten Quartal bereits bei knapp 6,5 Prozent. Auch beim Absatzrückgang lag das zweite Quartal mit 4,9 Prozent über den ersten drei Monaten (minus 3,1 Prozent). Im Juli setzte sich diese Entwicklung nahezu unverändert fort (Umsatz: -6,1 Prozent, Absatz: -3,6 Prozent). Das ermittelte Insight Health auf der Basis der Apothekenabverkaufsdaten einer repräsentativen Apothekenstichprobe.

 

Die ohnehin lediglich leichte Erholung im vergangenen Jahr war ausschließlich auf die apothekenpflichtigen Arzneimittel zurückzuführen, die die Patienten aus eigener Tasche bezahlten. Im ersten Halbjahr 2006 ging auch dieser Teilmarkt sowohl nach Umsatz als auch nach Menge um jeweils rund 2,1 Prozent zurück. Auch hier hat sich der Rückgang im zweiten Quartal deutlich beschleunigt (Umsatz: 1. Quartal -0,5 Prozent, 2. Quartal -4 Prozent; Menge: 1. Quartal -1,2 Prozent, 2. Quartal -3,3 Prozent).

 

Gleichwohl sinken Umsatz und Absatz der GKV- und PKV-Rezepte bei den apothekenpflichtigen Arzneimitteln nach wie vor ungleich deutlicher. So ging im ersten Halbjahr 2006 der Umsatz der zulasten der GKV verordneten apothekenpflichti-gen Arzneimittel nochmals um 13 Prozent und der auf Privatrezept verordneten Präparate um 9,1 Prozent zurück. Damit sank der Anteil der zulasten der GKV verordneten Präparate in diesem Marktsegment in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um einen weiteren Prozentpunkt auf nur noch knapp 12 Prozent. Auch der Umsatzanteil der auf Privatrezept verordneten apothekenpflichtigen Präparate sank um etwa einen Prozentpunkt und lag bei gut 13 Prozent. Damit stieg der Umsatzanteil der von den Patienten selbst gekauften Präparate trotz des leichten Rückgangs in den ersten sechs Monaten auf 75 Prozent.

 

Während sich die Entwicklung im ersten Quartal zu einem erheblichen Teil mit der in diesem Jahr ausgebliebenen Grippewelle erklären lässt, hat der beschleunigte Rückgang im zweiten Quartal andere Ursachen. So ist seit April der Umsatz stärker gesunken, als die Zahl der abgegebenen Packungen. Das ist vor allem auf den nach wie vor ungebrochenen Trend hin zu kleinen Packungen (N1) zurückzuführen. Ihr Anteil nahm im Vergleich zum zweiten Quartal 2005 um rund ein Prozent auf fast 57 Prozent zu. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der großen Packungen (N3) um ebenfalls knapp einen Prozentpunkt auf 12,3 Prozent. Zudem weisen einige umsatzstarke Generika deutliche Zuwächse auf, die teilweise weit über 50 Prozent liegen.

 

Schließlich gab es bei einigen umsatzstarken und vor allem höherpreisigen apothekenpflichtigen Arzneimitteln nennenswerte Preissenkungen, wenn auch das Preisniveau insgesamt gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu unverändert ist. Insgesamt scheint die Preissensibilität der Patienten bei solchen Arzneimitteln zu steigen, die sie vornehmlich selber bezahlen.

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