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Intensivstation

Überlebende häufig depressiv

23.08.2016  15:47 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Etwa jeder dritte Patient, der auf einer Intensivstation behandelt werden musste, leidet langfristig unter einer Depression.

 

Das ergab eine Metaanalyse, die Forscher um Dr. Anahita Rabiee von der Johns Hopkins University in Baltimore nun im Fachjournal »Critical Care Medicine« vorstellen (DOI: 10.1097/CCM. 0000000000001811). Demnach weisen 29 Prozent der Patienten auch ein Jahr nach der Entlassung aus der Intensivstation noch klinisch relevante depressive Symptome auf.

 

In den meisten der 38 Studien mit insgesamt mehr als 4000 Intensivpatienten, die in die Metaanalyse einflossen, wurde die psychische Verfassung anhand der Hospital Anxiety and Depression Scale beurteilt. Dieser zufolge liegt bei einem Wert von 8 und darüber eine Depression vor. Der Analyse zufolge war das zwei bis drei Monate nach Entlassung bei 29 Prozent der Patienten der Fall. Nach sechs Monaten lag der Anteil bei 34 Prozent und nach 12 bis 14 Monaten wieder bei 29 Prozent. Die häufigsten Risikofaktoren waren psychische Symptome bereits vor dem Aufenthalt auf der Intensivstation und starke psychologische Belastungen während des Aufenthalts.

 

»Offensichtlich können überlebende Intensivpatienten körperliche, psychische und kognitive Probleme aufweisen, die ihre Reintegration in die Gesellschaft sowie die Aufnahme ihres alten Jobs und ihrer Lebensweise erschweren«, sagt Professor Dr. Dale Needham, Seniorautor der Studie, in einer Mitteilung der Universität. Mediziner und Familienmitglieder sollten sich der hohen Rate von psychischen Folgeerscheinungen bewusst sein und entsprechende Äußerungen der Patienten ernst nehmen. /

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