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Risiko hoher Salzkonsum

20.08.2014
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Eine zu hohe Kochsalzaufnahme könnte für den Herztod von 1,65 Millionen Menschen jährlich verantwortlich sein. Zu dieser Einschätzung kommen Forscher um Professor Dr. Dariush Mozaffarian von der Harvard School of Public Health in Boston in einer Studie im »New England Journal of Medicine« (doi: 10.1056/NEJM oa1304127).

 

Die Forscher ermittelten zunächst die weltweite Natriumaufnahme der Bevölkerung nach Geschlecht, Alter und Land anhand von Daten zur Na­trium-Ausscheidung im Urin von Personen aus 66 Ländern. Zusammen ließen sich dadurch Rückschlüsse auf die Kochsalzaufnahme von etwa 74 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung ziehen. Anschließend schätzten die Forscher den Effekt des Natrium-Konsums auf den Blutdruck ab, indem sie eine Metaanalyse von 107 randomisierten Studien durchführten. Schließlich ermittelten sie, wie diese Blutdruckerhöhung die kardiovaskuläre Mortalität beeinflusst.

 

Ihrer Analyse zufolge, lag die durchschnittliche Natriumaufnahme im Jahr 2010 bei 3,95 g pro Tag. Damit nahmen 99,2 Prozent der Erwachsenen weltweit mehr Natrium zu sich, als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Laut WHO sollte die Na­triumaufnahme unter 2 g pro Tag liegen, was einer Kochsalzzufuhr von 5 g am Tag entspricht. Insgesamt soll die zu hohe Natriumzufuhr weltweit für 1,65 Millionen Todesfälle durch kardiovaskuläre Erkrankungen verantwortlich sein, berechneten die Forscher. Dabei ist zu beachten, dass es sich um eine Assoziationsstudie handelt. Einen kausalen Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Mortalität kann sie nicht nachweisen. /

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