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Laufen

Wenig bringt schon viel

Jogger leben länger als Faulpelze. In einer Metaanalyse mit 14 prospektiven Studien hatten Läufer im Vergleich zu Menschen, die diesen Sport nicht ausübten, eine deutlich niedrigere Sterblichkeit. Die gute Nachricht: Auch wer nur wenig lief, profitierte.
Annette Mende
07.11.2019
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Laufen kann quasi als Prototyp von aerober Bewegung gelten und hat viele positive Effekte unter anderem auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt gesunden Erwachsenen pro Woche mindestens 150 Minuten aerobe Bewegung von moderater Intensität oder 75 Minuten von höherer Intensität. Ob speziell Laufen auch in geringerer Dosis Vorteile für die Gesundheit bietet, wurde nun erstmals in einer Metaanalyse untersucht.

Die Autoren der im »British Journal of Sports Medicine« erschienenen Arbeit berücksichtigten 14 prospektive Studien mit insgesamt mehr als 230.000 Teilnehmern, von denen während der Beobachtungszeit von 5,5 bis 35 Jahren knapp 26.000 starben. Die Auswertung ergab, dass die Gesamtsterblichkeit von Läufern 27 Prozent unter der von Nicht-Läufern lag. Die kardiovaskuläre Sterblichkeit war um 30 Prozent niedriger und die Krebssterblichkeit um 23 Prozent.

Der Effekt war nicht davon abhängig, wie häufig, wie lange oder wie schnell jemand laufen ging. Schon weniger als 50 Minuten pro Woche, langsamer als 6 Meilen pro Stunde (9,6 km/h) oder mit einer Intensität von weniger als 500 MET (metabolisches Äquivalent)-Minuten pro Woche zu joggen, wirkte sich signifikant positiv auf die Gesamtmortalität aus. Einen Hinweis darauf, dass mehr zu laufen einen größeren Vorteil bringt, fanden die Forscher nicht.

»Wenn mehr Menschen laufen gingen, würde das unabhängig von der Dosis wahrscheinlich die Volksgesundheit erheblich verbessern und die Lebenserwartung verlängern«. lautet ihr Fazit. Schon ein bisschen zu laufen sei besser als gar nichts. Höhere Dosen seien nicht zwangsläufig mit größeren Vorteilen hinsichtlich der Mortalität verbunden.

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