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Einfluss der Ernährung auf Risiko für Darmkrebsrezidive

20.08.2007
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Einfluss der Ernährung auf Risiko für Darmkrebsrezidive

Von Christina Hohmann

 

Patienten mit Kolonrektalkrebs können ihr Rezidivrisiko vermutlich durch die Ernährung beeinflussen: Wer wenig rotes Fleisch und viel Ballaststoffe isst, hat ein niedriges Risiko für Rezidive.

 

Jeffrey Meyerhardt und seine Kollegen vom Dana-Farber Krebsforschungsinstitut in Boston hatten 1009 Patienten mit Kolorektalkarzinom in Stadium III untersucht. Die Patienten, die zuerst operiert wurden und dann eine postoperative Chemotherapie erhielten, mussten einen Fragebogen zu ihren Lebensgewohnheiten bezüglich Bewegung und Ernährung ausfüllen. In den ersten fünf Jahren nach der Operation entwickelten 324 Patienten ein Rezidiv, 223 starben daran. Der Studie zufolge hatten Patienten, die sich besonders ungünstig ernährten, also viel Weißbrot, rotes Fleisch und wenig Obst und Gemüse aßen, ein um den Faktor 3,3 erhöhtes Rezidivrisiko im Vergleich zu Patienten mit gesunder Ernährung. Hierzu rechnen die Mediziner viel Ballaststoffe, Obst, Gemüse, Fisch und Geflügel statt rotem Fleisch. Die Patienten mit der ungesunden Ernährung hatten auch eine doppelt so hohe Mortalität, berichten die Forscher im »Journal of the American Medical Association« (Band 298, Seite 754 bis 764).

 

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handele, könne und sollte keine Kausalität hergestellt werden, schreiben die Forscher. Eine erneute Krebserkrankung könnte nicht die Folge, sondern eventuell auch der Grund sein, warum sich Patienten schlecht ernähren, wenn sie zum Beispiel an Verdauungsproblemen leiden oder chronisch erschöpft sind. Die Ergebnisse legten aber nahe, dass ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Rezidivrisiko besteht, so die Autoren. Weitere Studien werden derzeit vorbereitet, die genauer analysieren sollen, welche Nahrungsmittel eine wichtige Rolle spielen.

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