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Brustkrebs-Operation

Duo soll Metastasierungs-Risiko senken

16.08.2017
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Von Sven Siebenand / Frauen profitieren möglicherweise davon, wenn sie vor ­einer anstehenden Brustkrebs-Opera­tion eine Begleitmedikation mit einem Betablocker und einem COX-Hemmer beginnen und diese auch nach dem Eingriff noch einige Tage anwenden. Das soll bei ihnen das Risiko einer ­Metastasierung senken.

 

Grundsätzlich besteht bei einer Brustkrebs-Operation nicht nur die ­Gefahr der Verschleppung von Tumorzellen. Durch die Stresssituation werden auch Catecholamine und Prosta­glandine freigesetzt, die ebenso die Metastasierung anstoßen können. 

 

Das wollte ein Wissenschaftlerteam um Lee Shaashua von der Universität Tel Aviv unterbinden, indem es Brustkrebspatientinnen am Tag der Operation sowie in den fünf Tagen davor und danach mit dem Betablocker Propranolol und dem COX-2-Hemmer Etodolac therapierte. Die Kontrollgruppe in dieser kleinen randomisierten Phase-II-Studie mit 38 Patientinnen erhielt Placebo-Medikamente. Die Wissenschaftler untersuchten im Anschluss bei der OP entferntes Tumorgewebe und ­regelmäßig entnommene Blutproben auf prometastatische Biomarker.

 

Wie einer Publikation im Fachjournal »Clinical Cancer Research« zu entnehmen ist, reduzierte die kombinierte Gabe der beiden Wirkstoffe die Aktivität prometastatischer und proinflammato­rischer Transkriptionsfaktoren (DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-17-0152). Entzündungsparameter wie Interleukin 6 gingen zurück und die natürlichen Killer­zellen stiegen. Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass die Kombination eines Betablockers und eines Anti­phlogistikums eine geeignete Strategie sein könnte, um das durch den operativen Eingriff ­erhöhte Metastasierungs-Risiko zu senken. Bis der Ansatz breite Anwendung finden kann, bedarf es aber noch weiterer Forschungsarbeit. So müssen Langzeitstudien zeigen, dass die Patientinnen durch die Medikamenteneinnahme tatsächlich einen klinischen Vorteil haben. /

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