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HIV

Diese Dreierkombi ist bei Schwangeren am sichersten

16.08.2017
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Von Sven Siebenand / Wie hoch das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen bei HIV-infizierten Frauen ist, hängt auch davon ab, welche antiretroviralen Medikamente sie einnehmen.

 

Zu diesem Schluss kommt ein Autorenteam um Dr. Rebecca Zash vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston im Fachjournal »JAMA Pediatrics« (DOI: 10.1001/jamapediatrics.2017.2222). 

 

Die Wissenschaftler werteten ­Daten von mehr als 47 000 Geburten in Botswana aus. In dem afrikanischen Land sind viele Frauen mit HIV infiziert. Grundsätzlich war das Risiko für eine Komplikation wie geringes Geburtsgewicht beziehungsweise -größe, Früh- oder Totgeburt oder neonataler Tod bei Kindern HIV-infizierter Mütter deutlich höher als bei nicht HIV-exponierten Kindern (39,6 versus 28,9 Prozent).

 

Waren die Kinder auch antiretro­viralen Medikamenten ausgesetzt, spielt es eine Rolle, mit welchen Wirkstoffen die Mütter während der Schwangerschaft behandelt wurden. So lag das Risiko für eine der genannten Komplikationen bei Kindern, die von Anfang an der Dreierkombination aus Tenofovir­disoproxilfumarat (TDF), Emtricitabin (FTC) und Efavirenz ausgesetzt waren, bei 36,4 Prozent. Bei anderen Kombinationen war das Risiko dagegen höher: bei TDF, FTC und Nevirapin 41,7 Prozent; bei TDF, FTC und Lopinavir/­Ritonavir 48,5 Prozent; bei Zidovudin, Lamivudin und Nevirapin 47,4 Prozent und bei Zidovudin, Lamivudin und Lopinavir/Ritonavir 44,9 Prozent.

 

Als günstigste Kombination machten die Wissenschaftler dementsprechend TDF, FTC und Efavirenz aus. Die Kombination aus Zidovudin, Lamivudin und Nevirapin sei dagegen mit ­einem höheren Risiko für Todgeburt, neonatalem Tod und frühe Frühgeburt verbunden. Die Kombination aus Zidovudin, Lamivudin und Lopinavir/ Ritonavir sei assoziiert mit einem ­höheren Risiko für neonatalen Tod und Frühgeburt beziehungsweise frühe Frühgeburt. /

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