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Neue Medikamente für Rheuma-Varianten

16.08.2016  15:49 Uhr

Von Sven Siebenand / Es ist davon auszugehen, dass Rheumatologen demnächst neue medikamentöse Therapieoptionen zur Verfügung haben werden. Das geht aus einer Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie hervor.

 

Demnach könnten schon im kommenden Jahr die beiden Janus­kinase-Inhibitoren Tofacitinib und Baricitinib in der EU zugelassen werden. Professor Dr. Ulf Müller-Ladner informiert, dass die beiden Arzneistoffe in Studien eine starke Wirkung bei guter Verträglichkeit gezeigt haben. »Viele Patienten dürften auch begrüßen, dass die Kinasehemmer als Tabletten eingenommen werden«, so der Rheumato­loge von der Universität Gießen.

 

Mit Mavrilimumab befindet sich ein weiterer Wirkstoff in der klinischen Entwicklung. Der Antikörper verhindert, dass Fresszellen die Entzündungsreaktion im Gewebe anstacheln. Müller-Ladner hofft, dass dieses Medikament auch bei Vaskulitiden wirksam ist. Gegen diese entzündlichen Erkrankungen der Gefäße gebe es wie für die Behandlung von Kollagenosen, also entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes, derzeit keine zugelassenen Arzneistoffe. Bis zur Einführung von Mavrilimumab wird es aber voraussichtlich noch einige Jahre dauern. Laut Müller-Ladner müsse man noch die Ergebnisse weiterer Studien abwarten.

 

»Entscheidend ist für uns, dass vielversprechende Wirkstoffe zügig die Zulassungs­verfahren durchlaufen und damit die rheumatologische Forschung schnellstmöglich beim Patienten ankommt«, so Müller-Ladner. Jede neue Substanz sei willkommen und werde eingesetzt – mit oder ohne offizielle Zulassung für eine bestimmte Erkrankung –, solange es wissenschaftlich und klinisch sinnvoll sei. /

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