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Metformin beeinflusst auch Blutfette

12.08.2015
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Von Annette Mende / Die Einnahme des oralen Antidiabetikums Metformin wirkt sich einer neuen Studie zufolge auch günstig auf die Blutfettwerte aus.

 

Wie Wissenschaftler um Dr. Tao Tu vom Helmholtz-Zentrum München herausfanden, aktiviert Metformin den Pro­teinkomplex AMP-aktivierte Protein­kinase, kurz AMPK. Dieser wird durch den AMP- beziehungsweise ATP-Spiegel der Zelle reguliert und kann so deren Energiezustand feststellen. Ist dieser sehr niedrig, stoppt AMPK aufwendige Prozesse wie die Cholesterol- oder Fettsäuresynthese. In der Folge sinken durch Metformin die Spiegel bestimmter Lipide, darunter auch der des ungünstigen LDL-Cholesterols.

Die Ergebnisse, die die Forscher im Fachjournal »Diabetes Care« publizierten, basieren auf Daten der KORA-Studie (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg), einer epidemio­logischen Langzeituntersuchung mit mehreren Tausend Teilnehmern (DOI: 10.2337/dc15-0658). Für die Studie werteten Tu und Kollegen Blutproben von 1800 Personen sowohl genetisch als auch hinsichtlich ihrer Stoffwechselprodukte aus und setzten dies bei Typ-2-Diabetikern in Bezug zur Einnahme von Metformin. Die Einnahme des Biguanids führte zu signifikant niedrigeren Spiegeln von drei AMPK-abhängigen Lipiden. Auch die Werte des LDL-Cholesterols wurden durch Metformin gesenkt, allerdings nicht signifikant.

 

Der hier beschriebene Mechanismus könnte eine Erklärung liefern für die bereits in früheren Studien beschriebene positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-Risiko behandelter Diabetiker. Wie groß der Anteil der LDL-Senkung an der beobachteten Risikoreduktion ist, bleibt jedoch offen./

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