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Apobank

Wenig neue Apotheken

13.08.2013
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Von Ev Tebroke /  Wie eine Analyse der Apobank verdeutlicht, werden in ländlichen Regionen kaum noch neue Apotheken gegründet. Pharmazeuten, die sich selbstständig machen, übernehmen in der Regel bereits bestehende Apotheken oder Filialen, überwiegend im städtischen Umfeld.

Nur wenige Apotheker wagen es aktuell, eine neue Apotheke zu gründen. Einer Analyse der deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) zufolge machten diesen Schritt im vergangenen Jahr lediglich neun Prozent der pharmazeutischen Existenzgründer, 2011 waren es acht Prozent gewesen. »Neugründungen sind im aktuellen Umfeld selten«, so Apobank-Bereichsleiter Georg Heßbrügge. Stattdessen gebe es viele Apotheken-Übernahmen. Schließlich stünden zahlreiche Apotheken zur Abgabe, darunter auch viele attraktive und wirtschaftlich solide geführte Standorte, die für Existenzgründer oder expandierende Apothekeninhaber interessant seien, so Heßbrügge. Wenn Apotheken neu gegründet würden, dann in erster Linie dort, wo auch eine neue Infrastruktur entstehe, also in Shoppingzentren oder Ärztehäusern, heißt es in der Analyse »Apothekengründung 2012«.

Die Mehrheit der Existenzgründer, sprich 83 Prozent, entschied sich im vergan­genen Jahr für die Übernahme einer Apotheke. Acht Prozent der Pharma­zeu­ten wählten Pacht­apotheken oder Apotheken-OHGs. Wer sich mit der Übernahme einer Einzel- oder Hauptapo­theke selbstständig machte, investierte der Analyse zufolge im Schnitt 440 000 Euro. Dabei schlug der Übernahmepreis im Schnitt mit 299 000 Euro zu Buche. Rechnet man den durchschnittlichen Betriebs­mittel­kredit in Höhe von 77 000 Euro hinzu, ergibt sich laut Apobank insgesamt ein Finan­zie­rungs­vo­lu­men von 518 000 Euro.

 

Bei der Übernahme einer Filialapotheke wurden im Schnitt Investitionen in Höhe von 408000 Euro getätigt und damit fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Davon entfielen 268000 Euro auf den Übernahmepreis. Zusammen mit einem durchschnittlichen Betriebsmittelkredit von 79000 Euro ergibt sich hier ein Finanzierungs­volu­men von 487 000 Euro.

 

Nach Angaben der Apobank mussten Existenzgründer im Vergleich zum Vorjahr mehr Geld investieren. »2011 ist die Übernahme einer Apotheke im Schnitt mit 433 000 Euro zu Buche geschlagen«, so Heßbrüge. Profitiert hätten 2012 die Apothekenabgeber: Im Vergleich zum Vorjahr sei der Übernahmepreis um drei Prozent gestiegen.

 

Die ländlichen Gebiete spielen beim Thema Apothekengründungen mit drei Prozent kaum noch eine Rolle (2011 waren es fünf Prozent). Die meisten Gründungen gibt es nach wie vor in der Großstadt (40 Prozent). Auf mittelgroße Städte und Kleinstädte entfallen 31 beziehungsweise 26 Prozent. /

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