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DKV Report

Eins zu null für den Norden

10.08.2016
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Von Jennifer Evans, Berlin / In Mecklenburg-Vorpommern leben die Menschen am gesündesten, in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen am ungesündesten. Das geht aus dem aktuellen Report der Deutschen Krankenversicherung (DKV) hervor.

Ausschlaggebend für die Auswertung des Gesundheitsverhaltens der Menschen in den Bundesländern waren Benchmarks in den Bereichen körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol-Konsum und Stressempfinden.

Die am Montag in Berlin vorgestellte DKV-Länderauswertung mit 5932 Befragten aus den Jahren 2014 und 2016 ergab, dass die meisten Menschen mit einem gesunden Lebensstil in Norddeutschland zu finden sind. Demnach erreichen Bewohner aus Mecklenburg-Vorpommern mit 19 Prozent am häufigsten die fünf Benchmarks für einen gesunden Lebensstil, denen die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugrunde liegen. Dicht gefolgt von den Einwohnern aus Thüringen und Schleswig-Holstein (beide 14 Prozent) sowie Hamburg und Niedersachsen (beide 13 Prozent). Am schlechtesten mit je 9 Prozent schnitten die Umfrageteilnehmer in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ab.

 

Der Grund: »55 Prozent der Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern bewegen sich mindestens zweieinhalb Stunden in der Woche«, so Studienleiter Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der deutschen Sporthochschule Köln. Das entspricht der Zeit, die die WHO als gesundheitsfördernd empfiehlt. Zudem punktet das Bundesland in Sachen Ernährung. Froböse: »53 Prozent achten auf einen ausgewogenen Speiseplan mit Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und ein- bis zweimal die Woche Fisch.«

 

Weniger Stress in Hamburg

 

Insgesamt am gesündesten ernähren sich ebenfalls Menschen aus Nord- und Ostdeutschland. In Sachsen-Anhalt befolgten 54 Prozent der Befragten die WHO-Empfehlungen, in Mecklenburg-Vorpommern 53 Prozent und in Niedersachsen und Bremen 52 Prozent. In Hessen und Baden-Württemberg waren es hingegen nur 40 Prozent. Zudem ist laut Froböse deutschlandweit ein Unterschied zwischen den Geschlechtern zu beobachten: »Frauen ernähren sich gesünder, Männer bewegen sich mehr.«

 

Am wenigsten Stress empfinden den Auswertungen zufolge die Hamburger. So gaben 64 Prozent der Befragten an, gut mit belastenden Situationen umgehen zu können. Die Berliner (52 Prozent) fühlen sich im Vergleich gestresster.

 

Ein Trend macht Froböse Sorgen. »In den vergangenen Jahren ist zwar das Bewusstsein für gesunde Ernährung in Deutschland gestiegen und auch das Stressempfinden hat nachgelassen, die körperliche Aktivität nimmt aber signifikant ab.« Die Report-Ergebnisse belegen: 2016 erreichten 15 Prozent weniger Menschen die Aktivitätsempfehlungen als noch im Jahr 2010. Froböse sieht darin eine dramatische Entwicklung: »Derzeit sterben in Europa jährlich 1,2 Millionen Menschen an den Folgen von Bewegungsmangel. Deutschland braucht dringend eine gute Strategie, um den Gefahren entgegenzuwirken.« /

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