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Igeln wird schwerer

07.08.2012
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dpa / Nach dem Willen des Bundesrates soll es strengere gesetzliche Regelungen für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) geben. Die Kosten dafür muss der Patient ganz oder teilweise selber tragen. Der Nutzen dieser Behandlungen ist umstritten.

»Durch das Angebot von Zusatzleistungen wandelt sich das Arzt-Patienten-Verhältnis in ein Anbieter-Kunden-Verhältnis unter ungleichen Voraussetzungen«, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesrats vom 6. Juli, über die die »Neue Westfälische« berichtete. Patienten könnten häufig nicht beurteilen, ob die Behandlung und ihre Kosten notwendig und angemessen seien. Der Bundesrat will nun Ärzte dazu verpflichten, ihre Patienten vor Beginn einer IGeL-Behandlung »in Textform« darüber zu informieren, warum ihre Krankenkasse die Behandlungskosten nicht oder nur teilweise übernimmt.

 

Erst kürzlich hatte die Bundesregierung bestätigt, dass Marketingseminare, die Ärzte im Verkauf von IGeL schulen, teilweise staatlich finanziert werden. Daraufhin hagelte es Kritik. »Es kann nicht sein, dass zum Teil gesundheitsgefährdende Abzockerei auch noch durch das Bundeswirtschaftsministerium bezuschusst wird«, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Karl Lauterbach, den »Ruhr Nachrichten«. Es sei ein Trauerspiel, dass Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) diese Leistungen fördere. Für die Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbandes VdEK, Ulrike Elsner, beeinflusst der Verkauf überwiegend nutzloser IGeL-Leistungen das Arzt-Patienten-Verhältnis negativ. /

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