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02.08.2011
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Rabatt vor Import

 

PZ / Nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) müssen Apotheker Rabattarzneimittel auch gegenüber Importarzneimitteln bevorzugt abgeben. In einer Stellungnahme gegenüber dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) begründet das BMG dies mit der in § 129 SGB V festgeschriebenen Verpflichtung der Apotheken zur vorrangigen Abgabe von Rabattarzneimitteln. Diese gelte auch gegenüber Importen. Wenn die Kasse ein Rabattkennzeichen in der Datenbank hinterlegt, muss dieses Präparat abgegeben werden. Die Preisgünstigkeit des Rabattarzneimittels sei an dieser Stelle nicht mehr zu prüfen, so das BMG. Dies sei Aufgabe der Krankenkasse bevor sie einen Rabattvertrag abschließe und die Arzneimittel mit einem Rabattkennzeichen markiere. Sei das Rabattarzneimittel teurer als andere Präparate, dürfe die Kasse das Kennzeichen nicht hinterlegen. Ansonsten verstieße sie gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot.

 

DAK: Neue Rabattverträge

 

PZ / Die DAK startet im Oktober ihre nächste Rabattrunde. Sie hat dazu mit 31 Unternehmen Rabattverträge über 30 Wirkstoffe abgeschlossen. Die DAK setzt dabei weiterhin auf bis zu drei Lieferanten für einen Wirkstoff. Patienten, Ärzte und Apotheker haben die Auswahl, welches Präparat abgegeben wird. Wie viel die DAK mit den neuen Rabattverträgen spart, bleibt das Geheimnis der Kasse. Es bleibt bei der vagen Aussage, die Kosten reduzierten sich »im zweistelligen Millionenbereich«. Den Jahresumsatz der 30 Wirkstoffe beziffert die DAK für das Jahr 2010 auf 123 Millionen Euro. Die Verträge laufen zwei Jahre. An den Rabattverträgen sind neben der DAK auch die HEK, die HKK und die BKK Axel Springer beteiligt. Diese haben aber nur Nachlässe für einen Teil des DAK-Sortiments vereinbart. Die Unternehmen mit den meisten Zuschläge sind Aliud-Pharma, Stada und 1A-Pharma.

 

Mehr Umsatz

 

Nach Zahlen von Insight Health wächst der Arzneimittelumsatz in den Apotheken. Allerdings rechnet Insight Health mit Herstellerabgabepreisen. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro – davon haben die Apotheken jedoch nichts. Die Zahl verkaufter Packungen wuchs um 2,9 Prozent auf 807 Millionen. Deutlich zugelegt haben Arzneimittel gegen Erkältung (plus 15 Prozent) und Allergien (plus 10 Prozent). ). Ins Minus stürzten dagegen die Umsätze mit Präparaten verschreibungspflichtiger Indikationsgebiete wie Ulkus-Therapeutika (minus 26 Prozent), Thrombozyten-Aggregations-Hemmer (minus 23 Prozent) und Lipidsenker (minus 12 Prozent).

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