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E-Rezept

Sorge fordert international kompatible Lösung

25.07.2018  09:34 Uhr

Von Stephanie Schersch / Für Ihren Vorstoß beim elektronischen Rezept erhalten die Apotheker Unterstützung aus der Union. CDU-Gesundheitsexperte Tino Sorge mahnt allerdings, internationale Standards bei der Entwicklung einer deutschen Lösung nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Erst vor wenigen Tagen hatte die ABDA zusammen mit den Bundesverbänden der Apotheken-Softwarehäuser und Rechenzentren erklärt, die Umsetzung des E-Rezepts gemeinsam vorantreiben zu wollen. So wollen sie einheitliche, industrieoffenen Standards für die elektronische Verordnung schaffen und ein Modellprojekt auf den Weg bringen, das langfristig in die sogenannte Telematik-Infra­struktur überführt werden soll.

Gängige Standards

 

»Genauso ist es zeitgemäß, nach der Lockerung des Fernbehandlungsverbots auch die Möglichkeit eines Fernrezeptes zu etablieren«, lobte Sorge die gemeinsame Aktion. Er sitzt für die Union im Gesundheitsausschuss des Bundestags und ist unter anderem Berichterstatter seiner Fraktion für den Bereich Gesundheitswirtschaft. Bei der Entwicklung des E-Rezepts müsse man unbedingt darauf achten, dass die deutsche Lösung international anschlussfähig ist, betonte er. Das Gleiche gelte auch für den jüngsten Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur elektronischen Patientenakte. Dieser hatte Anfang der Woche angekündigt, Patienten sollten spätestens ab 2021 ihre Gesundheitsdaten auch per Handy oder Tablet einsehen können. »Es sollten unbedingt international gängige Datenstandards genutzt und von ausschließlich deutschlandweiten, neu geschaffenen abgesehen werden«, so Sorgen. Nur so könne man »für zukunftssichere, länderübergreifende Lösungen sorgen«.

 

Europaweit haben bereits 17 Länder das E-Rezept eingeführt, wie aus dem Euro Health Consumer Index 2017 hervorgeht. Deutschland liegt dabei im hinteren Mittelfeld. Hier spielt die elektronische Verordnung bislang lediglich im Rahmen von Modellprojekten zur Fernbehandlung eine Rolle, so etwa beim Projekt DocDirect in Baden-Württemberg. Die Versender freuen sich naturgemäß, dass beim E-Rezept nun aufs Tempo gedrückt wird. »Das Bundesgesundheitsministerium möchte das Thema E-Rezept 2019 umsetzen. Damit steht auch Deutschland endlich in den Startlöchern«, lobte der Bundesverband Deutscher Versandapotheken. Dabei seien die Versender gerne bereit, »die konkrete Umsetzung mit ihrem Know-how zu unterstützen«. /

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