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Paracetamol bei Rückenschmerzen nicht besser als Placebo

23.07.2014
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Von Daniela Biermann / Paracetamol hilft bei akuten Schmerzen im Rücken nicht besser als Placebo. Das Analgetikum verbesserte in einer großen randomisierten Studie weder Schmerzen und Beweglichkeit, noch hatte es einen positiven Einfluss auf die Schlaf- und Lebensqualität. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin »The Lancet« veröffentlicht (doi: 10.1016/S0140-6736(14) 60805-9).

An der PACE-Studie (Paracetamol for Low-Back Pain) nahmen 1652 aus­tralische Patienten mit akuten Schmerzen im unteren Rücken teil. Die Probanden waren im Schnitt 45 Jahre alt. Sie bekamen bis zu vier Wochen lang entweder Paracetamol dreimal täglich (insgesamt 3990 mg pro Tag), Paracetamol nach Bedarf (maximal 4000 mg pro Tag) oder Placebo. Zusätzlich erhielten alle Teilnehmer Ratschläge und Zuwendung.

Die Genesung dauerte in den beiden Paracetamol-Gruppen im Schnitt 17 Tage, unter Placebo sogar einen Tag weniger (statistisch kein signifikanter Unterschied). Paracetamol hatte keinen Effekt auf die kurzfristige Schmerzlinderung, Behinderungen sowie auf die Schlaf- und Lebensqualität insgesamt. Unerwünschte Wirkungen lagen ebenfalls auf Placeboniveau.

 

»Die Ergebnisse legen nah, dass wir die allgemeine Empfehlung für Paracet­amol als Erstlinien-Therapie bei Schmerzen im unteren Rücken überdenken müssen«, kommentiert Hauptautor Dr. Christopher Williams von der Universität Sydney. »Angesichts des kurzen Zeitraums, in dem sich die Studienteilnehmer erholten im Vergleich zu anderen Kohorten, wäre es interessant zu untersuchen, ob Ratschläge und Zuwendung, wie wir sie in unserer Studie angeboten haben, effektiver sind als pharmakologische Strategien bei akuten Episoden von Schmerzen im unteren Rücken.« /

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