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26.07.2013
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Teduglutid bewährt sich bei Kurzdarmsyndrom
 

PZ / Teduglutid, ein neuer Arzneistoff zur Behandlung von Patienten mit Kurzdarmsyndrom, hat in einer Studie zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome geführt. Tägliche Injektionen des Wirkstoffs für die Dauer eines Jahres verbesserten bei der Mehrzahl der 52 beteiligten Patienten die Aufnahme von Flüssigkeiten und Nährstoffen aus dem Darm, sodass sie seltener parenteral ernährt werden mussten. Vier Probanden konnten sogar ganz auf die parenterale Ernährung verzichten. Das berichtet ein internationales Forscherteam um Dr. Stephen J. D. O’Keefe von der University of Pittsburgh in Pennsylvania im Fachjournal »Clinical Gastroenterology and Hepatology« (doi: 10.1016/j.cgh.2012.12.029). Das Kurzdarmsyndrom betrifft typischerweise Menschen, denen große Teile des Dünndarms operativ entfernt werden mussten. Sie können dann verzehrte Nahrung und Flüssigkeiten nicht in ausreichender Menge aufnehmen und sind auf eine parenterale Ernährung angewiesen. Teduglutid imitiert die Wirkung des Glucagon-like-Peptids-(GLP)-2. Dieses im Darm produzierte Peptidhormon erhöht die Absorp­tion aus dem Darm. Anders als beim GLP-1, dessen Rezeptoren Angriffspunkt oraler Antidiabetika sind, wurde der GLP-2-Rezeptor bisher als Arzneistofftarget nicht therapeutisch genutzt. Die europäische Arzneimittelagentur EMA erteilte Teduglutid (Revestive®, Takeda Pharma) im August 2012 die Zulassung für die gesamte EU, doch ist das Mittel in Deutschland noch nicht verfügbar. Der Hersteller wurde dazu verpflichtet, Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels mithilfe eines Patientenregisters genau zu überwachen. Bedenken bestehen, da Versuchsmodelle zeigten, dass Teduglutid das Wachstum von Zellen in der Darmwand stimuliert. Ein erhöhtes Krebsrisiko wurde jedoch nicht beobachtet.

 

Immunglobulin und Hyaluronidase als Kombi


PZ / Die Firma Baxter bringt eine neue subkutane Infu­sionslösung zur Substitution von Immunglobulin auf den Markt. Nach der Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA ist Deutschland das erste Land, in dem HyQvia® auf den Markt kommt, so Baxter. Laut Pressemeldung ist das Präparat ab August verfügbar. HyQvia wird als »Substitu­tionstherapie« zur Behandlung folgender Erkrankungen angewendet: primäre Immundefektsyndrome (angeborene Unfähigkeit, ausreichend Antikörper zu bilden) und niedrige Antikörperspiegel im Blut bei Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie oder Myelom, die unter häufigen Infektionen leiden. Die Bestandteile Hyaluronidase und normales Immunglobulin vom Menschen (10 Prozent) befinden sich in einer dualen Flascheneinheit, sind also voneinander getrennt. Das Besondere an dem Arzneimittel ist die Hyaluronidase. Ein neues Therapiekonzept macht sich den natürlichen Ab- und Aufbauprozess der Hyaluronsäure zunutze: Zunächst wird Hyaluronidase infundiert, was einen beschleunigten temporären, lokalen Abbau der Hyaluronsäure im Umkreis der Injektionsstelle bewirkt. Dadurch wird die Gewebedurchlässigkeit vorübergehend erhöht und so die Verteilung und Resorption des anschließend infundierten Immunglobulins verbessert. Die Therapie mit HyQvia kann vom Patienten selbst zu Hause durchgeführt werden. Es ist nur noch eine subkutane Injektion alle drei bis vier Wochen notwendig. Bei anderen subkutan zu injizierenden Präparaten sind einmal oder mehrmals pro Woche Gaben nötig. Eine andere Therapieoption ist die intravenöse Applikation von humanem Immunglobulin. Sie muss in der Regel – wie bei HyQvia – alle drei bis vier Wochen erfolgen.

 

USA: Radium-Isotop gegen Knochenmetastasen


PZ / Das Radiotherapeu­tikum Radium-223 hat in einer Studie gute Ergebnisse bei Patienten mit kastra­tionsresistentem Prostatakrebs und Knochenmetastasen erzielt. Die Daten der ALSYMPCA-Studie bildeten die Grundlage für die im Mai erfolgte Zulassung von Ra­dium-223 (Xofigo®) durch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA. Wie das Pharmaunternehmen Bayer meldet, liegt seit Ende 2012 auch bei der europäischen Arzneimittelagentur EMA für diese Indikation ein Zulassungsantrag vor. Die in die Studie aufgenommenen mehr als 900 Patienten erhielten die bestmögliche Standardtherapie und zusätzlich bis zu sechs intra­venöse Injektionen mit Ra­dium-223 beziehungsweise Placebo, jeweils im Abstand von vier Wochen. Das Ergebnis einer Datenanalyse: Im Vergleich zu Placebo plus bestmögliche Standardtherapie bewirkte die Kombination aus Radium-223 und bestmöglicher Standardtherapie eine signifikante Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit (median 14,9 Monate versus 11,3 Monate). Sowohl Patienten, die vor Studienbeginn mit dem Chemotherapeutikum Docetaxel vorbehandelt waren als auch Patienten ohne eine solche Vorbehandlung überlebten länger. Radium-223 ist ein sogenanntes α-Radiophar­mazeutikum, das radioaktive Alphastrahlung abgibt und so gezielt gegen die Krebszellen in den Knochenmetastasen wirkt. Aufgrund seiner Calcium-ähnlichen Eigenschaften lagert sich das Therapeutikum bevorzugt dort ein, wo neue Knochensubstanz entsteht, so auch im Bereich von Knochenmetastasen. Dort werden α-Partikel freigesetzt, die zu DNA-Doppelstrangbrüchen in angrenzenden Zellen führen. Da die α-Partikel eine sehr kurze Reichweite von weniger als 100 µm haben, wirken sie hauptsächlich im Bereich der Knochenmetastasen. Laut Bayer schädigen sie daher umliegendes Gewebe nur minimal. /

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