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Großer Fortschritt

26.07.2013
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Am 28. Juli findet zum dritten Mal der Welt-Hepatitis-Tag statt. Nur wenige fühlen sich beim Thema Virushepatitis angesprochen oder zeigen sich interessiert. Dabei können diese Krankheiten jeden treffen. Für Deutschland schätzt man, dass bis zu einer Million Bundesbürger von einer chronischen Hepatitis B oder C betroffen sind. Weltweit leidet einer von zwölf Menschen an einer dieser beiden tückischen Infektionskrankheiten. Aber nur eine Minderheit dieser Patienten weiß von ihrem Problem. So endet eine relativ symptomlos verlaufende Krankheit oft in einer Katastrophe. Denn am Ende einer langen chronischen Phase stehen schwerste Leberschäden, wie Zirrhose oder Krebs, und in der Folge ein oft schneller Tod.

 

Daher steht der Welt-Hepatitis-Tag zu Recht unter dem Motto »Näher als Du denkst. Das ist Hepatitis ...«. Und äußerst konsequent wird dieser Tag begleitet von einem »Aktionsplan gegen Virushepatitis in Deutschland« (lesen Sie dazu Virushepatitis: Experten legen Aktionsplan vor). Darin unterbreiten acht Institutionen Vorschläge für dringend notwendige Maßnahmen zur Prävention und zur medizinischen Behandlung der Virushepatitis. Ziel dieses Aktionsplans ist eine generelle Steigerung des Bewusstseins für die Infektionskrankheiten. Die Menschen sollen für das Thema sensibilisiert werden, um Infektionen gezielt zu vermeiden und bereits bestehende akute oder chronische In­fektionen zu erkennen.

 

In der Behandlung von Hepatitis B und C lassen sich derweil große Fortschritte erkennen. Neue Interventionsoptionen deuten eine komplette Verschiebung vom bloßen Behandeln einer chronischen Virusinfektion hin zu deren Heilung an. Hier wird offenbar gerade ein zweites Kapitel einer sensationellen pharmazeutischen Entwicklungsstory geschrieben. Dabei zeigen sich starke Parallelen zu den unglaublichen Erfolgen in der HIV-Therapie.

 

Wir Apotheker sollten uns vor diesem Hintergrund beim Thema Virushepatitis ganz besonders angesprochen fühlen. Denn die neuen Arzneimittel in diesem Bereich verlangen Erklärung und eine umfassenden Beratung des Patienten. Hier ist die Kompetenz des Apothekers gefragt. Langfristig kann es mithilfe der modernen Therapie gelingen, der Virushepa­titis ihren Schrecken zu nehmen.

Professor Dr. Theo Dingermann

Mitglied der Chefredaktion

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