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DocMorris bietet Beamten Zahlungsaufschub

26.07.2013
Datenschutz bei der PZ

Von Ev Tebroke / Die Internet-Apotheke DocMorris hat eine neue Zielgruppe entdeckt. Wie das Unternehmen verkündet, bekommen Beamte in Zukunft sechs Wochen Zeit, bis sie ihre Rechnungen für bestellte Medikamente begleichen müssen.

Das sogenannte Beamtenspecial, gültig ab 29. Juli, soll es demnach Beamten ermöglichen, ihre vom Arzt verordneten, teils auch teuren Medikamente erst dann bezahlen zu müssen, wenn die Erstattungsleistungen der Beihilfe in der Regel auf dem Konto des Versicherten eingegangen seien, so der Versender. Dies gelte auch für gleichzeitig mit einem Rezept bestellte rezeptfreie Arzneimittel.

 

Hintergrund für diesen werbeträchtigen Service ist die Tatsache, dass Staatsdiener in der Regel mehrere Wochen warten müssen, bis die staatlichen Beihilfestellen die in privater Vorleistung gezahlten Medikamenten- und Arztkosten erstatten. »Bis zu acht Wochen Wartezeit sind zurzeit die Regel«, bestätigt Britta Ibald, stellvertretende Sprecherin des Deutschen Beamtenbundes (DDB) in Berlin auf Anfrage der PZ. Je nach Fall und Einkommensgruppe könnten für einen Beamten oder einen seiner beihilfeberechtigten Familienangehörigen schnell Summen zusammenkommen, die den Familienhaushalt gefährdeten, so Ibald.

 

Nach Angaben von DocMorris-Vorstand Max Müller will der Versender mit seinem Angebot nun diese »systembedingte Benachteiligung ausgleichen«. Der Service soll nach Angaben der Online-Apotheke für alle beihilfeberechtigten Beamten, Anwärter und Pensionäre sowie deren Familien und Partner gelten. Eine attraktive Zielgruppe: Nach Angaben des DDB gibt es in Deutschland mehr als vier Millionen Beihilfe-Berechtigte. /

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