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Pilz

Valproinsäure stimuliert Antibiotika-Produktion

19.07.2016
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Von Annette Mende / Forschern der Veterinärmedizinischen Universität Wien ist es gelungen, den Pilz Doratomyces microsporus zur Produktion gleich mehrerer antimikrobieller Stoffe anzuregen. Sie verwendeten dazu ein Anti­epileptikum: Valproinsäure.

 

In einer Pressemitteilung der Universität erklärt Christoph Zutz, Erstautor der im Fachjournal »Frontiers in Microbiology« erschienenen Arbeit, wie das geht (DOI: 10.3389/fmicb.2016.00510): Oft sonderten Pilze antimikrobielle Substanzen nur bei Bedarf ab. »Sie können entsprechende Bereiche ihres Erbguts stilllegen, sollte ein Stoffwechselprodukt nicht benötigt werden. Diese Substanzen sind dann nicht mehr nachweisbar und werden als verborgen bezeichnet.« Valproinsäure könne die Produktion der antibiotischen Stoffe wieder anregen.

 

Unter den von Doratomyces microsporus produzierten Substanzen war cyclo-(Prolin-Methionin) oder auch cPM besonders interessant. Es handelt sich um einen sogenannten Antibiotika-Booster, der die Wirkung anderer Antibiotika verstärkt. Zusammen mit Ampicillin testeten die Forscher cPM erfolgreich in vitro an Ampicillin-resistenten Bakterien. »Die Resistenz wurde nachweislich verringert, und das sogar bei geringerer Dosis von Ampicillin als üblich«, so Koautorin Kathrin Rychli. Die Wissenschaftler wollen nun das Prinzip der stimulierten Freisetzung verborgener Substanzen auch mit anderen Mikroorganismen testen. Statt mit Valproinsäure ließen sich Pilze etwa auch durch das gemeinsame Wachstum mit Bakterien dazu an­regen. /

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