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Hepatitis

Impfschutz vor Reisen nicht vergessen

19.07.2016  16:15 Uhr

Von Brigitte M. Gensthaler / Die Deutsche Leberstiftung erinnert zu Beginn der Reisesaison an die Prävention von Hepatitis-A- und -B-Infektionen und weist auf die Schutzimpfungen hin. Hepatitis A sei eine typische Reisekrankheit.

 

»Auch in einer Hotelanlage können sich Urlauber über kontaminierte Lebensmittel oder eine Schmierinfektion anstecken«, erklärt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Leberstiftung, in einer Pressemitteilung.

 

Hepatitis-A-Viren (HAV) sind in vielen Reiseländern, unter anderem in der Mittelmeerregion und in den Tropen, weit verbreitet. Da die Viren sehr widerstandsfähig sind und hohe Temperaturen oder Desinfektionsmittel überleben können, ist die Ansteckungs­gefahr groß. Eine Hepatitis A klinge zwar bei gesunden Menschen in der Regel von selbst ab, könne bei älteren oder kranken Personen jedoch zum akuten Leberversagen führen. Eine Impfung gegen HAV sei selbst kurz vor Reiseantritt noch sinnvoll. Ebenso gefährlich sind Infektionen mit Hepatitis-B-Viren (HBV), die über Körpersekrete wie Blut, Sperma oder Speichel übertragen werden. Neben ungeschütztem Sex zählten Tätowierungen oder Piercings, die nicht steril ausgeführt werden, zu den häufigsten Übertragungswegen, warnt die Leberstiftung.

 

Kombinations-Impfstoffe gegen HAV und HBV schützen für viele Jahre gegen eine Neuinfektion, müssen aber dreimal gegeben werden: die erste und zweite Spritze im Abstand von einem Monat, die dritte nach weiteren sechs Monaten. Daher verweist die Stiftung auch auf das beschleunigte Impfschema für gesunde Erwachsene, nach dem an den Tagen 0, 7 und 21 geimpft wird. Eine HBV-Impfung schützt zugleich vor Hepatitis D, da diese Erkrankung nur gemeinsam mit Hepatitis B vorkommt. /

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