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Zika

Höhepunkt möglicherweise überschritten

19.07.2016  16:15 Uhr

dpa / Die Zika-Epidemie in Lateinamerika könnte einer Studie zufolge ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. »Wir erwarten, dass die gegenwärtige Epidemie in drei Jahren weitgehend überwunden ist«, bilanziert ein Forscherteam um Professor Dr. Neil Ferguson vom Imperial College London im Fachmagazin »Science« (DOI: 10.1126/science.aag0219/2016).

 

Anhand von Rechenmodellen zur Ausbreitung von Zika kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass nach und nach ein so großer Prozentsatz der Bevölkerung immun gegen das Virus sein könnte, dass es sich kaum noch weiter verbreitet. Paradoxerweise könnte eine Bekämpfung des Hauptüberträgers, der Gelbfiebermücke Aedes aegypti, daher eher kontraproduktiv sein, da dies die Herdenimmunität verzögern könnte. Das auf die Analyse solcher Epidemien spezialisierte Team hat aber auch keine schlüssige Erklärung für die Frage, warum der Ausbruch gerade in Lateinamerika so stark ist, in Asien dagegen nur marginal. Allein in Brasilien sollen sich Schätzungen zufolge etwa 1,5 Millionen Menschen infiziert haben. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass Zika bei einer Infektion von Schwangeren zu schweren Schädelfehlbildungen der Kinder führen und weitere neuro­logische Schäden auslösen kann. /

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