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Stechmücken

Tropeninfektionen bald auch in Deutschland?

04.07.2018
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Von Verena Arzbach, Köln / Im Zuge der Globalisierung gelangen tropische Stechmücken wie die Asiatische Tigermücke Aedes albopictus im Gepäck von Reisenden oder über Warenlieferungen verstärkt nach Europa.

 

»In weiten Teilen Südeuropas, vor allem in Italien, Frankreich und Spanien, haben sich bereits stabile Populationen gebildet«, sagte Professor Dr. Egbert Tannich vom Bernhard-Nocht-Tropeninstitut in Hamburg bei der Pressekonferenz zum Kongress für Infek­tionskrankheiten und Tropenmedizin in Köln. 

Die Mücke ist in den Tropen ein Überträger von verschiedenen Viren, vor allem dem West-Nil-, Gelbfiebervirus, dem Erreger der St.-Louis-Enzephalitis, der Dengue-Viren und des Chikungunya-Virus. Vermutet wird auch eine Über­tragung des Zika-Virus.

 

Auch in Freiburg, Karlsruhe oder Heidelberg könne man der Asiatischen Tiger­mücke heute begegnen. »Die Mücke gelangt über den Autoverkehr etwa aus Italien nach Deutschland. Dort legt sie ihre Eier dann verstärkt an Autobahnraststätten ab und es entstehen vereinzelte kleinere Populationen«, so Tannich. Da sich die Mücke nur sehr langsam ausbreitet, könne man sie hier noch relativ gut eliminieren, sagte der Tropenmediziner. »Wichtig ist vor ­allem, die Brutplätze der Mücken zu beseitigen. Dafür sollte man Vasen oder andere Gefäße nicht offen stehen lassen.« In den südeuropäischen Staaten ist das nicht mehr so einfach: Dort kommt die Asiatische Tigermücke ­inzwischen flächendeckend vor, eine Elimination ist laut Tannich kaum mehr möglich.

 

Und so kommt es seit einigen Jahren dort auch immer wieder zu auto­chthonen, das heißt vor Ort erworbenen Infektionen durch tropische Erreger, etwa mit dem West-Nil-, dem Dengue- oder dem Chikungunya-Virus. Für Deutschland gibt Tannich allerdings aktuell Entwarnung: Hier zirkulierten noch keine für den Menschen gefähr­lichen Viren. /

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