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Stillen erhöht Chancen auf sozialen Aufstieg

26.07.2013
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Stillen hat nicht nur positive Effekte auf die Gesundheit und geistige Entwicklung von Kindern, es erhöht auch die Chancen, sozial aufzusteigen. Dies berichten Forscher um Amanda Sacker vom University College London im Fachjournal »Archives of Disease in Childhood« (doi: 10.1136/archdischild-2012-303199).

 

Die britischen Wissenschaftler hatten insgesamt 17 000 Menschen, die 1958 geboren wurden, und 16 000 Menschen mit dem Geburtsjahr 1970 zu ihrem Gesundheits- und Sozialstatus im Alter von 10 bis 11 Jahren und von 33 bis 34 Jahren befragt.

Das Ergebnis: Stillen erhöht die Chancen, sozial aufzusteigen, um ein Viertel. Dabei gilt als Aufstieg, wenn Kinder eine höhere berufliche Position erreichen als ihre Väter. Die Chancen für einen sozialen Abstieg wurden durch Muttermilch-Ernährung um 20 Prozent gesenkt. Dies zeige, dass Stillen lebenslange Vorteile besitze, schreiben die Autoren. Für den Effekt machten die Autoren zwei Faktoren verantwortlich. Zum einen schnitten Personen, die als Kind gestillt wurden, in kognitiven Tests besser ab, als frühere Flaschenkinder. Dies könne zum Teil auf die in der Muttermilch enthaltenen langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LCPUFA) zurückgehen, die für die Hirnentwicklung bedeutend sind. Zum anderen spiele vermutlich auch die körperliche Nähe zur Mutter beim Stillen eine Rolle. Dadurch wird die emotionale Bindung zur Mutter verbessert und die Stressresistenz dauerhaft erhöht.

 

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt allen Frauen, ihre Kinder für die ersten sechs Lebensmonate voll zu stillen. Nach Einführen der Beikost sollten Mütter ihre Kinder bis ins Alter von zwei Jahren weiter stillen. /

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