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Herzerkrankungen

Sterberaten in Europa gesunken

26.07.2013
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Von Christina Hohmann-Jeddi / In den meisten Ländern der Europäischen Union hat sich die Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit den 1980er-Jahren etwa halbiert. Einige Länder, vor allem in Osteuropa, bilden dabei eine Ausnahme.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hauptsächlich Herzinfarkte und Schlaganfälle, gehören zu den häufigsten Todesursachen und sind in der EU für etwa 1,9 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Seit 30 Jahren ist aber ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Ob die Zunahme an Adipositas und Diabetes-Erkrankungen zu einer Umkehr dieses Trends führt, wie häufig befürchtet, haben nun Melanie Nichols und ihre Kollegen von der Oxford Universität anhand von Daten der Weltgesundheitsorganisation untersucht. Sie werteten die Daten der »WHO global mortality database« aus den Jahren 1980 bis 2009 getrennt nach Geschlechtern für koronare Herzerkrankungen (KHK) aus und analysierten dabei folgende Altersgruppen: unter 45 Jahre, 45 bis 54, 55 bis 64 Jahre und über 65 Jahre.

Der Analyse zufolge nahm in den meisten EU-Ländern die KHK-Mortalität in allen Altersgruppen in beiden Geschlechtern deutlich ab. Am stärksten war diese Reduktion in Dänemark, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien, Irland und Malta, wo sie zum Teil über 70 Prozent betrug. Dies berichten die Forscher im »European Heart Journal« (doi: 10.1093/eurheartj/eht159). Deutschland lag mit einem Rückgang von 49 Prozent bei Männern und 39 bei Frauen eher im Mittelfeld. Nur geringe, nicht signifikante Rückgänge bei der KHK-Mortalität von Männern waren in Ungarn, Polen, Lettland und Litauen zu verzeichnen. In Rumänien nahm die Todesrate sogar tendenziell zu. Bei Frauen war in Griechenland, Ungarn, Litauen, Polen, Rumänien und in der Slowakei kaum eine Reduktion zu verzeichnen.

 

Obwohl sich in einigen Ländern in der jüngsten Altersgruppe der Abwärtstrend ein wenig abschwächte, seien diese Länder aber in der Minderheit, schreiben die Autoren. Insgesamt liefere die Analyse kaum Hinweise auf eine mögliche Trendwende. /

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