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Masern

Erkrankungszahl steigt weiter an

26.07.2013
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Die Zahl der Masernerkrankungen steigt weiter an. Bis zum 17. Juni wurden insgesamt 905 Masernfälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin übermittelt, meldet das Institut. 

Damit wurde die Zahl der im gesamten Jahr 2012 verzeichneten Erkrankungen von 166 bereits im Juni um ein Mehrfaches übertroffen. Die meisten Erkrankungen traten in Bayern (388 Fälle) und in Berlin (356 Fälle) auf. Die Mehrheit der Erkrankten sei ungeimpft gewesen oder hätte einen unbekannten Impfstatus.

 

Aufgrund der schlechten Durchimpfungsrate brachte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) eine Impfpflicht für Kinder ins Gespräch. Gegenüber der Zeitung »Bild« sagte er: »Es ist verantwortungslos, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen.« In Skandinavien und in den USA seien Masern de facto ausgerottet, aber in Deutschland sei die Impfrate dafür nicht hoch genug. »Bleibt das so, wird die Diskussion über eine Impfpflicht kommen«, so Bahr. Trotz dieser Äußerung des Ministers sei es nicht das Ziel des Bundesministeriums für Gesundheit, eine Impfpflicht einzuführen, sagte ein Sprecher gegenüber der PZ. Man appelliere vielmehr an die Verantwortung der Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. Zudem sollte sich auch jeder Erwachsene noch einmal seinen Impfpass vornehmen und seinen eigenen Impfstatus überprüfen. Ein hoher Anteil der Erkrankungen trat dem RKI zufolge bei Erwachsenen auf. /

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