Pharmazeutische Zeitung online
BVDAK-Positionspapier

Fairer Wettbewerb statt Versandverbot

26.06.2018
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Von Ev Tebroke / Der Bundesverband deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) hält ein Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel für keine gute Lösung. Es brauche kein Rx-Versandverbot, sondern eine rechtssichere Gleichbehandlung von ausländischem Versandhandel und stationären Apotheken.

 

Dies sei bereits jetzt durch den Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach § 129 Sozialgesetzbuch (SGB) V möglich, betont der BVDAK in einem Positionspapier zur Weiterentwicklung des Apothekenwesens.

 

Über diesen Vertrag, dem auch ausländische Versandapotheken beitreten müssen, seien sie an die Vorgaben des deutschen Rechts gebunden. Die Politik müsse die Gesetzliche Krankenversicherung lediglich dazu anhalten, diese Verträge gegenüber den EU-Versendern durchzusetzen, so der BVDAK. Gleichzeitig garantiere aber nur ein Kollektiv­vertragssystem einen fairen Wettbewerb mit Versandapotheken.

 

Hintergrund der Diskussion ist der Wettbewerbsvorteil für EU-Versand­apotheken gegenüber deutschen Apotheken, seit der Europäische Gerichtshof im Oktober 2016 die Versender aus der Preisbindung für Rx-Medikamente entlassen hat.

 

Damit Präsenzapotheken sich dem Wettbewerb mit den Versendern stellen können, gelte es auch die Möglichkeiten der Digitalisierung mehr zu nutzen. Hier schlägt der BVDAK etwa eine bundesweit einheitliche Apotheken-App vor, über die der Kunde seine Einkäufe und Bestellungen tätigen kann und die ihm auch als Portal für seriöse Gesundheitsinformationen dienen soll. Zudem wünscht sich der Verband die Möglichkeit einer flexibleren Arzneimittelabgabe. So sieht er etwa die Einrichtung von Apotheken- Abholfächern als mögliche Alternative. Nach Beratung und Rezeptabgabe erhält der Patient einen Code mit dem er später unabhängig von Ladenöffnungszeiten sein gewünschtes Medikament an einem Abholfach an der Apotheke abholen kann.

 

Grundsätzlich sieht der BVDAK darüber hinaus in einer Ausweitung des Botendienstes eine gute Möglichkeit, um im Wettbewerb mit dem Versandhandel bestehen zu können. »Der Botendienst sollte zur Alternativversorgung werden, um eine umfassende Versorgung und damit ein flächendeckendes Netz anbieten zu können«, heißt es in dem Papier. Hierfür müsse dem Apotheker eine gesonderte Vergütung möglich sein. /

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