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Kanada

Als Risikopatient zum Apotheker

29.06.2016
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Von Jennifer Evans / Wenn Apotheker mitentscheiden, gewinnt der Patient. Das belegen die Ergebnisse einer gerade veröffentlichten Studie aus Kanada. Demnach reduzierten sich unter Hochrisikopatienten für kardiovaskuläre Erkrankungen die Ereignisse um 21 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe – allein durch intensive pharmazeutische Betreuung.

An dem Projekt im kanadischen Bundesstaat Alberta, dessen Ergebnisse das Journal of the American College of Cardiology (JACC) jetzt veröffentlicht hat, nahmen Personen mit einem hohen Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten teil – wie etwa Raucher sowie Menschen, die bereits unter Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenproblemen litten.

Von den 723 Studienteilnehmern des sogenannten Alberta Vascular Risk Reduction Community Pharmacy-Projects (RxEACH) erhielten die Hälfe eine reguläre Betreuung, die zweite Gruppe wurde während der dreimonatigen Projektdauer engmaschig durch den Apotheker begleitet. Das beinhaltete etwa einen Medikationscheck und eine -analyse, eine Risikoeinschätzung, regelmäßige Besuche sowie eine intensive Aufklärung. Zur besseren Vorsorgekontrolle veranlassten die Apotheker in diesem Zeitraum zudem die nötigen Labortests. Wenn nötig, verschrieben sie auch die entsprechenden Arzneimittel selbst.

 

Weniger Risikofälle

 

Die Studienergebnisse sind positiv: Demnach reduzierten sich die Risikofälle um 21 Prozent. Darüber hinaus zeigten die Patienten mit erweiterter Betreuung auch Verbesserungen in Hinblick auf ihre individuellen Risikofaktoren, wie etwa bessere Cholesterin-, Blutdruck- sowie Blutzuckerspiegel-Werte. Außerdem machten sie größere Fortschritte bei der Raucherentwöhnung. Laut JACC ist die positive Entwicklung auf die optimierte Medikamenteneinnahme sowie Einhaltung eines veränderten Lebensstils zurückzuführen. Nun erhofft sich das JACC von der Politik eine Erweiterung der pharmazeutischen Aufgaben sowie Ideen für eine entsprechende Vergütung. /

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