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CDU/CSU

Mobile Apotheken im Wahlprogramm

26.07.2013
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Von Stephanie Schersch / CDU und CSU haben am vergangenen Sonntag ihr Wahlprogramm verabschiedet. Zur Rolle der Apotheker finden sich darin nur recht vage Formulierungen. Um die Versorgung in ländlichen Regionen sicherzustellen denkt die Union allerdings auch über mobile Apotheken nach.

Insgesamt 127 Seiten umfasst das als Regierungsprogramm titulierte Papier, das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer in Berlin der Öffentlichkeit präsentierten. Darin werden die Apotheker an einigen Stellen direkt erwähnt. So heißt es mit Blick auf die Versorgung auf dem Land, das Versorgungsstrukturgesetz habe für Ärzte die richtigen Anreize gesetzt, sich in dünnbesiedelten Regionen niederzulassen. »Auch für Apotheken im ländlichen Raum gleichen wir über eine sogenannte Notdienstpauschale einen Teil ihrer Mehrbelastungen aus. Diesen Weg werden wir weitergehen.« Chancen sehen CDU und CSU auch in einem Ausbau der Telemedizin. »Dafür wollen wir die erforderlichen technischen und rechtlichen Voraussetzungen schaffen.«

Wenig konkret

 

Darüber hinaus kann sich die Union mehr mobile Dienstleistungen vorstellen, um strukturschwache Regionen auch in Zukunft attraktiv zu gestalten. In ihrem Programm verweist sie auf »rollende Verkaufsläden, Apotheken und Banken«, für die es bessere Rahmenbedingungen geben soll. Deutlicher wird die Union an dieser Stelle allerdings nicht. Der Passus geht zurück auf einen Vorstoß des CDU-Bundesvorstands. Dieser hatte einen entsprechenden Leitantrag für den Parteitag der Christdemokraten im vergangenen Dezember formuliert. In der Apothekerschaft war der Vorschlag bereits damals auf Kritik gestoßen.

 

Insgesamt will die Union die Attraktivität der Gesundheitsberufe steigern. Dazu gehöre neben guten Ausbildungschancen auch eine Weiterentwicklung der Berufsbilder, heißt es in dem Programm. Die Heilberufe stünden heute für eine hochwertige, patientennahe Versorgung. »Dieses Versorgungsniveau wollen wir bewahren und fortentwickeln, um die hohe Qualität in Deutschland zu erhalten.«

 

CDU und CSU sprechen sich zudem wie erwartet für ein Nebeneinander von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung (PKV) aus. »Eine staatliche Einheitsversicherung für alle lehnen wir ab«, heißt es. Die PKV leiste mit ihren individuellen Kapitalrücklagen einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Umsetzung von Neuerungen im Gesundheitswesen. Krankenkassen mit hohen Finanzrücklagen will die Union künftig dazu verpflichten, einen Teil ihrer Reserve in Form von Prämien an ihre Mitglieder auszuschütten.

 

In Sachen Prävention setzt die Union auf die Eigenverantwortung der Bürger. Darüber hinaus soll Gesundheitsförderung künftig verstärkt in Betrieben, Schulen und Kitas stattfinden. Im Kampf gegen die großen Volkskrankheiten sollen weitere sogenannte Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung entstehen und die Versorgungsforschung weiter ausgebaut werden. /

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