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28.06.2011  18:11 Uhr

Meldungen

 

Stadtleben verändert das Gehirn

 

PZ / Bei Städtern sind zwei Hirnregionen verändert, die für die Verarbeitung von Stress und Emotionen zuständig sind. Das haben Wissenschaftler des Mannheimer Zentralinstituts für seelische Gesundheit herausgefunden. Wie die Forscher im Fachjournal »Nature« berichten, ist bei Menschen, die in der Stadt leben, die Amygdala deutlich aktiver als bei Menschen vom Land (doi:10.1038/nature10190). Diese Hirnregion ist unter anderem an der Entstehung von Angstreaktionen und Depressionen beteiligt. Bei Menschen, die in der Stadt aufgewachsen sind, beobachteten die Forscher eine verstärkte Aktivität des sogenannten anterioren cingulären Cortex. Dieser Teil des Gehirns reguliert die Aktivität der Amygdala und steht im Zusammenhang mit frühkindlichem Stress und der Verarbeitung negativer Emotionen. Aus früheren Untersuchungen weiß man, dass Städter ein deutlich höheres Risiko für Depressionen und Angststörungen haben als Menschen vom Land. Personen, die in der Stadt geboren wurden und aufgewachsen sind, haben zudem ein zweifach erhöhtes Risiko, an Schizophrenie zu erkranken. Um die neuronalen Prozesse aufzuklären, die diesen Zusammenhängen zugrunde liegen könnten, untersuchten die Wissenschaftler im Rahmen der vorliegenden Studie psychisch gesunde Freiwillige mittels funktioneller Kernspintomographie.

 

Sprachführer hilft Schmerzpatienten

 

PZ / Ein neuer Sprachführer bietet Patienten mit chronischen Schmerzen Hilfe bei der Verständigung im Ausland. Der »Sprachführer Schmerz – Für Schmerzpatienten auf Reisen« von Mundipharma unterstützt Patienten bei der Kommunikation in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Türkisch. In der Broschüre findet sich der wichtigste Wortschatz übersichtlich nach Sprachen und Situationen sortiert. Zudem enthält der Sprachführer Tipps, was ein Schmerzpatient auf Reisen beachten soll und wie er sich optimal auf seine Reise vorbereitet. Der Sprachführer kann kostenlos unter www.mundipharma.de und telefonisch unter (0800) 8 55 11 11 angefordert werden.

 

Rauchen in der Schwangerschaft schädigt Kind auf Jahre

 

dpa / Kinder von Raucherinnen haben weniger HDL-Cholesterol im Blut als andere Kinder. Das berichten Forscher der Universität von Sydney in der Online-Ausgabe des »European Heart Journal« (doi: 10.1093/eurheartj/ehr174). Die Wissenschaftler testeten 405 Achtjährige, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht hatten. Sie fanden heraus, dass diese rund 15 Prozent weniger HDL hatten als andere Kinder. Ob die Kinder nach der Geburt Rauch ausgesetzt waren, beeinflusste das Ergebnis nicht. »Wir ziehen daraus den Schluss, dass diese Kinder ein 10 bis 15 Prozent höheres Risiko für Herzkrankheiten haben«, sagte Kardiologieprofessor David Celermajer. »Das gilt mindestens für die ersten acht Lebensjahre, aber wahrscheinlich noch viel länger.« Die Forscher gehen davon aus, dass die niedrigen HDL-Werte sich auch im Erwachsenenalter nicht erhöhen.

 

Blutdruck: Vier Phasen im Leben

 

PZ / Im Laufe des Lebens gibt es offenbar vier Phasen, in denen sich der Blutdruck verändert. Das ergab eine Auswertung der Daten von mehr als 30 000 Menschen im Alter zwischen 7 und 80 Jahren durch das Team um Dr. Andrew Wills vom University College of London. Wie die Wissenschaftler in »Plos Medicine« berichten, steigt der durchschnittliche Blutdruck zunächst während des Heranwachsens relativ schnell an (doi: 10.1371/journal.pmed.1000440). Im frühen Erwachsenenalter gibt es dann einen zweiten, milderen Anstieg. Phase 3 ist das Lebensalter zwischen 40 und 50 Jahren. In dieser Zeit steigt der Blutdruck nochmals weiter an. Schließlich geht es mit dem Blutdruck im hohen Alter erneut langsam ein Stück hinauf, bevor er dann wieder sinkt. Die Untersuchung ergab ferner, dass Frauen im jungen Erwachsenenalter zunächst einen niedrigeren Blutdruck haben als Männer. Danach steigt dieser aber bei Frauen stärker an, sodass er sich schließlich auf einem ähnlichen Niveau bei beiden Geschlechtern einpendelt.

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