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Telemedizin

Schriftlicher Medikationsplan »für die Galerie«

17.06.2015  10:18 Uhr

Von Christina Hohmann / Das E-Health-Gesetz wird die technische Entwicklung im Gesundheitswesen befeuern, es weist allerdings erhebliche Mängel auf. Darin waren sich die Teilnehmer der politischen Diskussion auf dem Thüringer Apothekertag einig, der am Wochenende in Gotha stattfand.

 

So erklärte Wolf-Rüdiger Rudat, Internist und Präsident des Landesverbands Freie Berufe in Thüringen: »Das E-Health-Gesetz wird aufgrund seiner eigenen Unzulänglichkeiten über kurz oder lang steckenbleiben.« Die Erstellung eines Medikationsplans ohne Mitwirkung der Apotheker, wie bisher vorgesehen, könne gar nicht funktionieren.

 

Das sei auch gar nicht gewollt, sagte Ulf Maywald von der AOK Plus. »Der schriftliche Medikationsplan ist für die Galerie.« Es sei ein offenes Geheimnis, dass dieser nur eine Übergangslösung sei und die Politik auf eine technische Lösung warte. »Ausgedruckte Medikationspläne haben mit E-Health ungefähr so viel zu tun wie Kabel mit WLAN.« Die aktuellen Diskussionen über eine Einbindung der Apotheker beim Erstellen dieses Plans seien eher »akademischer Natur«.

 

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hält die Chancen, noch eine Beteiligung der Apotheker bei der Erstellung des schriftlichen Medikationsplans zu erreichen, für gering. An der Erarbeitung des elektronischen Formats des Medikationsplans seien die Apotheker aber beteiligt. Äußerungen verschiedener Gesundheitspolitiker ließen vermuten, dass der schriftliche Medikationsplan gar nicht erst kommen werde, so Schmidt. »Wir müssen möglichst schnell in der elektronischen Welt ankommen.« Mehr über den Thüringer Apothekertag lesen auf Seite 68. /

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