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HIV

Erkennungshilfe für das Immunsystem

17.06.2015
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Von Annette Mende / US-amerikanische Forscher haben ein Molekül identifiziert, mithilfe dessen dendritische Zellen HI-Viren als fremd erkennen und eine Immunantwort auslösen.

 

Das Polyglutamin-Bindungsprotein 1 (PQBP1) könnte sich daher prinzipiell als Unterstützung einer Impfung gegen HIV eignen. Im Fachjournal »Cell« berichten die Wissenschaftler um Sunnie M. Yoh vom Sanford Burnham Medical Research Institute in La Jolla, Kalifornien, dass PQBP1 eine Schlüsselrolle bei der Identifizierung von HIV durch das Immunsystem spielt: Das Protein erkennt und bindet spezifisch retrovirale DNA. Dabei handelt es sich um DNA, die aus RNA umgeschrieben wurde, wie es beim Retrovirus HIV der Fall ist.

Gleichzeitig zur retroviralen DNA bindet PQBP1 ein weiteres Protein, die zyklische GMP-AMP-Synthase (cGAS). Diese schaltet daraufhin eine Signalkette an, die zunächst das angeborene und später auch das spezifische Immunsystem aktiviert. Ohne PQBP1 kann cGAS das HI-Virus nicht als fremd erkennen. Das konnten Yoh und Kollegen anhand von Blutproben von Patienten mit dem sehr seltenen Renpenning-Syndrom zeigen, die aufgrund einer Mutation funktionsloses PQBP1 bilden (DOI: 10.1016/j.cell.2015.04.050). Ihre Immunzellen konnten die retrovirale DNA nicht binden.

 

Der beschriebene Mechanismus ist für die Entwicklung einer Vakzine gegen HIV interessant. Dr. Renate König, die mit ihrer Arbeitsgruppe am Paul-Ehrlich-Institut ebenfalls an der Arbeit beteiligt war, kommentiert: »Ein Anschalten dieses Mechanismus durch ein Adjuvans könnte möglicherweise die Immunantwort gegen HIV im Körper verbessern und damit im Rahmen einer Immuntherapie eingesetzt werden.« Bis dahin ist es aber wohl noch ein weiter Weg. /

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