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Awinta

Wir bleiben unserer Markenstrategie treu

26.07.2013
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Von Daniel Rücker / Vor gut einem halben Jahr hat sich der Softwarehersteller Awinta neu aufgestellt. Einer der Geschäftsführer des Gemeinschaftsunternehmens von VSA und Pro Medisoft ist seitdem Florian Giermann. Die Zusammenarbeit trägt mittlerweile Früchte, sagt auch VSA-Prokurist Roman Schaal.

PZ: Zu Beginn des Gemeinschaftsunternehmens Awinta gab es einige Anlaufschwierigkeiten zwischen den Gesellschaftern VSA und Pro Medisoft. Wie steht es heute um das Unter­nehmen?

Schaal:Sehr gut. Die Zusammenarbeit läuft. Wir werden bei der Expopharm unsere Partnerschaft auch deutlich nach außen darstellen.


Giermann: Wir werden dort die starke Marke Awinta mit ihren Leistungen und Angeboten kommunizieren. Wir haben, wie ich finde, einige sehr pfiffige Ideen, wie wir uns gemeinsam präsentieren können.

 

PZ: Welche Produkte wollen Sie auf der Expopharm in den Mittelpunkt stellen?

 

Giermann: Es wird auf jeden Fall Innovationen geben. Dazu gehören das neue Mulitchannel-Bestellsystem Effizin sowie die Integration von Scan Dialog plus in unsere vier Warenwirtschaftssysteme.

 

Schaal: Scan Dialog ermöglicht mithilfe einer Software zur Zeichenerkennung eine Rezeptüberprüfung im Rechenzentrum über Scans der Rezepte. Scan Dialog Plus erweitert das um die Anbindung an die Warenwirtschaft. Der Apotheker muss das Rezept nicht aus der Hand geben, bevor es geprüft ist. Das ist für viele Apotheker interessant, auch für solche, die selbst sehr genau arbeiten. Menschen sind nicht perfekt, sie machen Fehler, ScanDialog hilft, diese zu erkennen.

 

PZ: Wie lange dauert eine Rezeptüberprüfung?

 

Schaal: Etwa fünf Minuten.

 

PZ: Können auch Apotheker, die nicht bei der VSA abrechnen, das Angebot nutzen?

 

Giermann: Technisch wäre das kein Problem. Es gibt aber juristische Bedenken wegen der Weitergabe geheimer persönlicher Daten. Deshalb sind unsere ScanDialog-Apotheker auch VSA-Kunden. Sie sehen, wir arbeiten hier eng zusammen. Es zeigt sich, dass die Zusammenarbeit von Rechenzentrum und Softwarehaus Synergien im Bereich der Rezeptabrechnung bringt, die wir nutzen wollen.

 

PZ: Hat es nicht auch Nachteile, wenn ein Softwarehaus eng mit einem Rechenzentrum verbunden ist? Wenn Sie hier Synergien nutzen und für diese Konstellation optimieren, dann bekommen Kunden anderer Rechenzentren zwangsläufig nur das zweitbeste Produkt.

Giermann: So groß ist das Problem nicht. Wir kennen die Apotheker gut und wissen, was unsere Kunden wünschen. Wir kennen auch die anderen Softwarehäuser und die anderen Rechenzentren. Natürlich freue ich mich, wenn unsere Kunden bei der VSA abrechnen, aber natürlich funktionieren unsere Programme auch bei Apothekern, die bei anderen Rechenzentren Kunden sind. Über die FiveRX-Schnittstelle können die Daten aus der Warenwirtschaft bei allen großen Rechenzentren verarbeitet werden.

 

Schaal: Die FiveRX-Schnittstelle wurde ursprünglich für das Elektronische Rezept entwickelt. Dafür wird sie derzeit nicht gebraucht. Sie leistet jetzt als sichere Standardschnittstelle für Datenaustausch gute Dienste. Ich kann mir vorstellen, dass es in Zukunft mehr Anwendungen geben wird, die diese Schnittstelle nutzen.

 

PZ: Es gibt nicht nur im Markt etliche verschiedene Systeme, Awinta selbst hat schon vier im Angebot. Ist es klug, alle vier weiter zu vermarkten oder sollten Sie sich nicht aus Effizienzgründen auf weniger konzentrieren?


Giermann: Wir werden ganz bei unserer Mehr-Marken-Strategie bleiben. Wir fahren gut damit. Unser Ergebnis im vergangenen Jahr kann sich sehen lassen, wir stehen hier nicht unter dem Druck, effizienter zu werden. Wir werden unsere Kunden nicht zwingen, auf ein anderes Warenwirtschaftssystem umzusteigen. Das würde ja auch bedeuten, wir hätten die Kunden bisher mit einem System zweiter Klasse versorgt. Die verschiedenen Awinta-Systeme berücksichtigen die spezifischen Anforderungen unserer Kunden. Darauf werden wir auch in Zukunft Wert legen.

 

PZ: Noch einmal zurück zum Anfang. Awinta war im vergangenen Jahr nicht auf der Expopharm. In diesem Jahr sind Sie dabei. Wie wird es in den kommenden Jahren sein?

 

Giermann: Das wird sich zeigen. Unser Vertrieb wäre am liebsten alle sechs Monate auf der Messe. Unserer Finanzabteilung wäre ein Fünf-Jahres-Rhythmus lieber. Wir werden wohl von Jahr zu Jahr entscheiden. /

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