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Basalzellkarzinom

Der häufigste Tumor der Welt

16.06.2009
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Pharmacon Meran 2009

Basalzellkarzinom: Der häufigste Tumor der Welt

Zu den wichtigsten Erkrankungen gehört heutzutage das Basalzellkarzinom: Es ist der häufigste Tumor des Menschen überhaupt. Dabei ist er leicht zu verhindern, indem man exzessive Sonnenexposition vermeidet.

 

»Jedes Zeitalter macht sich seine Erkrankungen«, sagte Professor Dr. Thomas Ruzicka von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. »Unser Zeitalter ist geprägt von Erkrankungen, die durch Umweltnoxen verursacht werden.« Die wichtigste Noxe sei die UV-Strahlung. Kumuliert über Jahrzehnte führe sie zu chronischen Veränderungen der Haut, die sich zum Hautkrebs entwickeln können. Bei älteren Menschen treten häufig aktinische Präkanzerosen (verdickte, hypertrophe und hyperpigmentierte Hautstellen) auf, die sich in Karzinome umwandeln können, berichtete der Mediziner.

 

Die meisten Tumoren treten im Gesicht, vor allem an der Nase auf. In frühen Stadien sind sie als glasig wachsartige Erhebungen zu erkennen. Das Basalzellkarzinom metastasiert nicht und ist in der Regel nicht tödlich, sagte der Referent. Doch es wächst destruierend, zerstört Knorpel, Haut und Knochen.

 

Einzelne Basalkarzinome lassen sich chirurgisch gut entfernen, dann ist die Operation die Methode der Wahl. Schwieriger werde die Behandlung, wenn größere Hautpartien etwa auf dem Kopf oder dem Rücken betroffen sind und mehrere Karzinome aufweisen. Dann zeigt die Photodynamische Therapie gute Effekte. Hierfür wird 20-prozentige 5-Aminolävulinsäure (ALA) topisch appliziert, was die Wirkung der Bestrahlung verstärkt. Anschließend werden die betroffenen Hautareale mit Wood-Licht (417 nm Wellenlänge) oder Rotlicht (634 nm) behandelt. Ein angenehmer Nebeneffekt der Photodynamischen Therapie sei, dass die Haut jünger erscheint und glatter wird, sagte der Dermatologe. Als medikamentöse Therapie stünden die topische Applikation von Imiquimod oder Diclofenac zur Verfügung. Das Imidazochinolin-Derivat Imiquimod induziert die zelluläre Immunantwort, aktiviert Langerhans-Zellen in der Haut und führt die Tumorzellen in die Apoptose. Es ist für die Behandlung von Präkanzerosen, Basalzellkarzinomen und Feigwarzen zugelassen. Bei 80 Prozent der Patienten mit Karzinomen bilden sich diese unter der Imiquimod-Therapie vollständig zurück.

 

Besser als ein Karzinom zu behandeln sei allerdings, sein Entstehen zu vermeiden, sagte Ruzicka. Die wichtigste Maßnahme sei die UV-Protektion. Hier hätten die Apotheker eine entscheidende Aufgabe, die Bevölkerung zu informieren und zu beraten. Generell sollte die Sonnenexposition zwischen 11 und 15 Uhr gemieden werden. Zudem bestehe UV-Schutz nicht nur aus Sonnencremes, sondern vor allem auch aus Textilien. Sich mit T-Shirts, Hose und Kappe zu schützen, sei ganz wichtig, sagte Ruzicka. Bei Sonnenschutzpräparaten sei darauf zu achten, dass sie neben UV-B- auch UV-A-Strahlung herausfiltern. »Den UV-B-induzierten Sonnenbrand zu verhindern, reicht als protektive Maßnahme nicht aus«, sagte der Mediziner. UV-Schutz könne man auch essen. Durch den Verzehr verschiedener Pflanzeninhaltsstoffe wie Lykopen aus Tomaten oder Polyphenole aus grünem Tee ließe sich ein Lichtschutzfaktor 3 erreichen. »Das ist natürlich viel zu wenig, aber ein interessanter Ansatz«, so Ruzicka.

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