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Mit Fettsäuren gegen Hyperaktivität

20.06.2006
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Mit Fettsäuren gegen Hyperaktivität

PZ / Eine Nahrungsergänzung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFAs) scheint positive Auswirkungen auf ADHS-bedingte Symptome bei Kindern mit spezifischen Lernschwierigkeiten (Dyslexie) zu haben. Hinweise darauf geben die Ergebnisse einer randomisierten Doppelblindstudie (Neuro-Psychopharmacology & Biological Psychiatry 26, 2002, 233-239).

 

In der Pilotstudie erhielten 41 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren mit Lernstörungen und überdurchschnittlichen ADHS-Werten zwölf Wochen lang entweder täglich acht Kapseln eines Nahrungsergänzungspräparat mit n-3 und n-6 MUFAs (Efalex®) oder Placebo (Olivenöl). Die Kinder der Verumgruppe erhielten damit täglich 186 mg Eicosapentaensäure, 480 mg Docosohexaensäure, 96 mg γ-Linolensäure, 60 Internationale Einheiten Vitamin E (als DL-α-Tocopherol), 864 mg cis-Linolsäure, 42 mg Arachidonsäure sowie 8 mg Thymianöl. 

 

Sowohl bei Studienbeginn als auch bei der Nachverfolgung wurden sieben typische ADHS-Merkmale (Widerstand, kognitive Probleme, Hyperaktivität, Ängstlichkeit beziehungsweise Schüchternheit, Perfektionismus, soziale Probleme und Psychosomatik) mit Hilfe standardisierter Eltern-Beurteilungsskalen eingeschätzt. Bei Studienanfang unterschieden sich die Gruppen nicht, nach zwölf Wochen lagen die Durchschnittswerte für kognitive Probleme, Ängstlichkeit/Schüchternheit und allgemeine Verhaltensprobleme in der Verumgruppe aber signifikant unter denen der Placebogruppe. Hinsichtlich der weiteren Merkmale zeigte sich eine tendenzielle Verbesserung. Unerwünschte Wirkungen traten nicht auf.

 

Obwohl in der Pilotstudie teilweise statistisch signifikante Resultate erzielt wurden, sind umfangreichere Studien äußerst angebracht. Diese sollten ein inaktives Placebo sowie objektive Messungen der Fettsäure-Defizite beinhalten.

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