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Krankenhausapotheker

Pharmaziestudium neu ausrichten

13.06.2018
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Von Daniela Hüttemann / Die Fächer Klinische Pharmazie und Pharmakologie und Toxikologie (Stoffgebiet V) müssen im Universitätsstudium für Apotheker in der Zukunft verstärkt gelehrt werden. Das fordert der Bundesverband deutscher Krankenhausapotheker (ADKA). Mit derzeit 12,4 Prozent der Gesamtausbildungsstunden kämen diese Fächer im Vergleich zu den anderen vier Stoffgebieten immer noch deutlich zu kurz, heißt es in einem Statement. Der Verband schlägt eine paritätische Verteilung der fünf Hauptfächer auf jeweils 20 Prozent der Stunden vor.

 

Insbesondere die Klinische Pharmazie sei für die zukünftige Berufsausübung in der aktuell geltenden Approbationsordnung für Apotheker (2001) nicht angemessen berücksichtigt, betonen die Krankenhausapotheker. Hier müssten dringend Anpassungen erfolgen.

 

Neben mehr Zeit für diese Fächer fordert der ADKA auch, endlich an allen 22 deutschen Studienorten für Pharmazie eine reguläre W3-Professur für Klinische Pharmazie einzurichten. Zusätzlich solle es W2-Professuren ortsnah im klinischen Bereich geben, um praxisnahe Lehrveranstaltungen, auch gemeinsam mit den Humanmedizinstudierenden, durchzuführen.

 

Gleichzeitig betont die AKDA, dass die Lerninhalte für alle Pharmaziestudierenden in Deutschland einheitlich bleiben müssen. Es soll keine Spezialisierung im Hauptstudium stattfinden. Die ADKA empfiehlt zudem, dass Universitätsstudium von den derzeit acht auf zehn Semester auszudehnen.

 

Außerdem will die ADKA die Ausbildung im praktischen Jahr verbessern. Hier soll mehr patientenorientierte Pharmazie gelehrt werden, zum Beispiel durch Training am Patientenbett, Fallkonferenzen und mehr interdisziplinäre Lerneinheiten für Pharmazie- und Medizinstudierende.

 

Und auch die Weiterbildung in Klinischer Pharmazie/Krankenhauspharmazie möchte der Verband reformiert wissen. Langfristig soll die Regelweiterbildungszeit auf vier Jahre ausgedehnt und auf europäischer Ebene abgestimmt werden. Angesichts des wachsenden Bedarfs regt die ADKA an, kurzfristig eine Bereichsweiterbildung »Stationsapotheker« einzurichten. Es gelte, die für dieses Tätigkeitsfeld notwendigen Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten weitergehend zu fördern. /

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