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Rückenprobleme

14.06.2016  15:53 Uhr

Seit der Ball bei der Fußball-Europameisterschaft rollt, wird einmal mehr deutlich: Einer der Wichtigsten im Team der deutschen Nationalmannschaft ist der Mannschaftsarzt. Ob seinerzeit Ballacks Wade oder aktuell Schweinsteigers Knie – Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hat sie alle verarztet. Fußballer laufen aufgrund gewisser Härten im Umgang auf dem Platz vor allem Gefahr, sich die Beine zu verletzen. Damit unterscheiden sie sich grundlegend vom Rest der Bevölkerung, den bei orthopädischen Beschwerden am ehesten der Rücken zwickt. Doch frei von Rückenproblemen sind auch die Fußballprofis nicht. Im Mai dieses Jahres stand die Teilnahme des Weltfußballers Lionel Messi bei der Copa America auf der Kippe. Eine Prellung der Lendenwirbel hätte ihn beinahe die Teilnahme am Turnier gekos­tet.

 

Rückenleiden sind seit Jahren eine der Hauptursachen für Krank­schreibungen in Deutschland und Schwerpunkt dieser Ausgabe der PZ. In der orthopädischen Praxis ist »Rücken« die am häufigsten gestellte Diag­nose, beim Hausarzt landet sie immerhin auf Platz 3. Rücken­beschwerden verursachen jedes Jahr Behandlungskosten in Milliarden­höhe. Vor allem, wenn eine Operation notwendig ist, wird es teuer. Doch darüber, ob der Griff zum Skalpell in jedem Fall gerechtfertigt ist, gehen die Meinungen auseinander (lesen Sie dazu Operationskosten: Auf dem Rücken der Kassen).

 

Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbeln sowie den dazwischen liegenden Bandscheiben. Sie ermöglicht dem Menschen den aufrechten Gang und eine große Beweglichkeit. Für stundenlanges Sitzen ist sie dagegen nicht ausgelegt, was ein Grund für die Häufigkeit von Erkrankungen wie dem Bandscheibenvorfall ist (lesen Sie dazu Bandscheiben: Die körpereigenen Stoßdämpfer ). Höheres Lebensalter ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer Spinalkanalstenose (lesen Sie dazu Spinalkanalstenose: Schmerzhafte Enge). Doch auch schon Kinder leiden heute immer häufiger unter Rückenschmerzen (lesen Sie dazu Rückenschmerzen: Schon bei Kindern ein Problem).

 

Um möglichst rückengesund durchs Leben zu kommen, sollte man dieselben Empfehlungen beherzigen, mit denen sich auch diverse andere Wohlstandskrankheiten vermeiden lassen: ausreichend bewegen, gesund ernähren und nicht rauchen. Nicht immer fällt deren Umsetzung leicht, zumal in Zeiten sportlicher Großereignisse, die sich bekanntlich vorzüglich vom Sofa aus verfolgen lassen. Wohl dem, der da gegenüber seinem inneren Schweinehund eine gute Ausrede parat hat – am besten zeitgemäß in Fußball-Kommentatorenfloskeln. Auch hier stellt sich die PZ-Redaktion ihren Lesern gerne als Stichwortgeber zur Verfügung (Glosse: Anpfiff Apotheke).

Annette Mende

Redakteurin Pharmazie

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