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Früherkennung

HPV-Screening ist Pap-Test überlegen

14.06.2011
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Ein Gentest auf Humane Papillomaviren (HPV) könnte bald den zytologischen Pap-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ablösen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht Hinweise für eine Überlegenheit im Primärscreening.

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bietet die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) derzeit eine jährliche zytologische Untersuchung des Schleimhautabstrichs vom Gebärmutterhals an, den nach einem griechischen Arzt benannten Pap-Test. Seit bekannt ist, dass Humane Papillomaviren der Hauptrisikofaktor für ein Zervixkarzinom sind, diskutieren Experten, ob sich ein HPV-Test für das Screening eignet oder einem zytologischen Test sogar überlegen ist. Um dies zu klären, werteten Experten des IQWiG die aktuelle Datenlage aus.

 

In die Analyse flossen insgesamt sechs Studien mit fast 240 000 Frauen ein, in denen die HPV-Diagnostik allein oder in Kombination mit einer ausschließlich zytologiebasierten Strategie verglichen wurde. Es gebe »einen Anhaltspunkt« dafür, dass mithilfe des HPV-Tests Krebsvorstufen früher erkannt und behandelt werden können und Gebärmutterhalskrebs in der Folge seltener auftritt, schreiben die Experten in ihrem Vorbericht. Aussagen zum Gesamtüberleben, zu der durch den Gebärmutterhalskrebs bedingten Sterblichkeit, zur Lebensqualität und zum möglichen Schaden lasse die Analyse aber nicht zu. Bis zum 12. Juli 2011 können Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgegeben werden. Danach wird das Institut seinen Abschlussbericht verfassen und an den Auftraggeber dieser Arbeit, den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA), übergeben. Dieser entscheidet darüber, welche Tests die Krankenkassen bezahlen müssen. /

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