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Spahn will keine Rx-Boni in Deutschland

06.06.2018
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Von Anna Pannen / Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat klargestellt, dass er keine Rabatte auf rezeptpflichtige Medikamente in Deutschland erlauben wird. Er antwortete damit auf Zuschauerfragen einer Life-Videosprechstunde, die er regelmäßig abhält. Am Montag vergangener Woche war es wieder so weit und Facebook-Nutzer konnten dem Minister Fragen zu seiner politischen Arbeit stellen.

 

Zwei Apotheker wollten wissen, wie es in Sachen Rx-Versandverbot weitergehen wird. Einer von ihnen ist Christian Redmann aus Ebermannstadt, der Spahn bereits Anfang Mai mit einer Online-Petition dazu hatte bringen wollen, in dieser Sache Farbe zu bekennen. Das hat er nun geschafft.

Seit 2016 ist es europäischen Versandapotheken erlaubt, Boni auf Rx-Medikamente zu geben und diese nach Deutschland zu liefern. Deutsche Apotheken dürfen keine Rabatte gewähren und fürchten Umsatzeinbußen. Sie fordern, den Versand von Rx-Medikamenten generell zu verbieten. »Das Versandverbot steht im Koalitionsvertrag, also werden wir uns anschauen, ob und wie es europarechtlich umzusetzen ist«, erklärte Spahn recht vage.

 

Der Minister stellte jedoch klar, dass auch er die derzeitige Situation unbefriedigend findet. »Eins ist sicher: Der Zustand, wie er heute ist – mit ungleich langen Spießen – ist nicht haltbar«, sagte Spahn. Damit meine er aber nicht, dass es nun auch in Deutschland Boni geben soll. »Wir wollen solche Rabatte im Inland nicht«, stellte der Minister klar.

 

Also doch ein Rx-Versandverbot? Spahn ließ diese Frage offen. »Ich schaue mir jetzt zusammen mit den Juristen, den anderen Ressorts und den Apothekerverbänden an, ob und welche Lösung wir zeitnah finden können«, sagte er und ging zu anderen Themen über. /

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