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Psoriasis

Neuer Gewebescanner entwickelt

07.06.2017  09:54 Uhr

Von Caroline Wendt / Ein bildgebendes Verfahren soll Ärzten zukünftig neue Möglichkeiten zur Untersuchung der Schuppenflechte ermöglichen: Ein neuartiger Gewebescanner kann die Beschaffenheit der Ober-, Leder und Unterhaut abbilden.

 

Entwickelt wurde die Methode von einem Forscherteam des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München, das diese nun im Fachjournal »Nature Biomedical Engineering« vorstellt (DOI: 10.1038/s41551-017-0068).

Der Schweregrad der Psoriasis vul­garis kann bisher nur anhand des E rscheinungsbildes der Hautoberfläche diagnostiziert werden. Die Ärzte entscheiden aufgrund der Ausprägung der rötlichen Plaques mit den silbrig glänzenden Schuppen, welche Therapie für den Patienten geeignet ist. »Diese Einschätzung lässt sämtliche Parameter außer Acht, die unter der Hautoberfläche liegen, und kann zudem subjektiv sein«, sagt Dr. Juan Aguirre, Arbeitsgruppenleiter am Biologischen Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung (IBMI) des Helmholtz Zentrums München, in einer Pressemitteilung. »Die Struktur der Haut und der Gefäße können im Vorfeld einer Behandlung wichtige Informationen für den Arzt bringen.«

 

Die neue Technik nennt sich RSOM (raster-scan optoacoustic mesoscopy). Sie nutzt einen schwachen Laser, der das zu untersuchende Gewebe anregt. Dieses nimmt Energie auf, erwärmt sich minimal und dehnt sich kurzzeitig aus. Dadurch werden Ultraschallwellen erzeugt, die gemessen und zu einem hochauflösenden Bild zusammengefügt werden. So kann zum Beispiel die Hautdicke, der Abstand der Kapillaren, die Anzahl der Gefäße oder das Gesamtvolumen des Blutes in der Haut beurteilt werden und Auskunft über den Schweregrad der Erkrankung geben. »Durch diese leicht einzusetzende Technologie, die ohne Strahlentechnik oder Kontrastmittel auskommt, können wir neue Einblicke in die Krankheitsmechanismen gewinnen und die Therapieentscheidung für Ärzte erleichtern«, sagt Professor Dr. Vasilis Ntziachristos, Direktor des IBMI. Das Verfahren könnte auch Einblicke in das Krankheitsgeschehen anderer Erkrankungen ermöglichen. Die Forscher streben etwa Untersuchungen bei Hautkrebs oder Diabetes an. Jedoch ist eine Umsetzung der Forschungsmethode in die Praxis noch nicht in Sicht. /

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