Pharmazeutische Zeitung online
BPhD-Bundesverbandstagung

Tagen und Sonnen an der Ostsee

04.06.2012
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Von Tobias Köpcke und Lara-Turiya Seitz, Greifswald / Vom 17. bis 20. Mai trafen sich die rund 150 Delegierten der einzelnen Fachschaften der Pharmazie in Greifswald zur 112. Bundesverbandstagung (BVT), um sich an diesen vier Tagen über hochschulpolitische Themen auszutauschen und zu beraten. Neben Wahlen, Anträgen und Workshops gab es einige interessante Vorträge und Projekte.

Bereits am Donnerstag wurden die Delegierten von Daniel Mädler, Präsident des BPhD, herzlich zur BVT begrüßt. Im Anschluss daran hielt Professor Dr. Christoph Ritter, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pharmazie in Greifswald, einen Festvortrag über das Thema »Cannabis in der öffentlichen Apotheke« und schaffte so einen gelungenen Einstieg in ein interessantes Wochenende. Im Anschluss daran erhielten die »BVT-Neulinge« eine kleine Einführung in das Geschehen einer solchen Tagung und die einzelnen Aufgabengebiete des Vorstandes. Beim gemütlichen Grillen danach und einem kleinen Sektempfang konnten sich die Teilnehmer dann besser kennenlernen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Blick über die Grenzen

 

Am Freitagmorgen wurde die BVT offiziell eröffnet. Das Programm bot eine Fülle an informativen Vorträgen, die dieses Mal alle unter dem Thema »Pharmazeutische Industrie« standen. Dazu gehörte unter anderem die Vorstellung der Arbeit eines Apothekers bei Boehringer Ingelheim durch Andreas Henschel. In einem Vortrag zum Thema Promotion bot Moritz Schüble einen Einblick in die Möglichkeiten, die dadurch eröffnet werden und gab Hinweise, was man bei der Planung beachten muss. Besonders interessant für Studierende in höheren Semestern galt der Erfahrungsbericht des mittlerweile approbierten Apothekers Jan Harbecke, welcher die Hälfte seines Praktischen Jahres in der Industrie absolvierte und so wertvolle Tipps preisgeben konnte, die die Entscheidung vieler angehender Pharmazeuten im Praktikum erleichtern kann.

 

Ein weiteres Highlight waren die Gäste aus Polen und der Schweiz, die in ihren Vorträgen die Struktur des Pharmaziestudiums in ihrem eigenen Land präsentierten. Dabei erweckten nicht nur Anna Perelka und Filip Daniel Rózewski durch ihre anschauliche Vorstellung des Pharmaziestudiums in Polen und das Aufzeigen der Spezialisierungsmöglichkeiten während des Studiums das Interesse der Zuhörer. Auch der Vortrag von Theresa Burkard und Philipp Carter aus der Schweiz wurde mit regem Interesse verfolgt, da sie einerseits das Studium in der Schweiz im Allgemeinen vorstellten, allerdings auch auf die landesüblichen Kosten hinwiesen. Im Anschluss stellte Burkard noch die FIP (International Pharmaceutical Federation) vor und lud gleichzeitig alle Studierenden herzlich zum FIP Centennial Congress ein, der vom 3. bis 8. Oktober in Amsterdam stattfindet. Zudem wird es einigen deutschen Pharmaziestudierenden ermöglicht, am NPSW (National Pharmacy Student Weekend) des Schweizerischen Apothekerverbands am 17. und 18. November in Basel teilzunehmen.

 

Durch diese Vorträge gelang es, einen Überblick über europaweite Unterschiede im Pharmaziestudium zu erhalten und zudem Anregungen und Ideen für eine bessere Zusammenarbeit der Studierenden zu sammeln.

 

Wettbewerb im Beraten

 

Einige dieser Ideen konnten im Workshop »Ausland und du – ein Gedanke, viele Möglichkeiten« ausgebaut werden. Dieser Workshop richtete sich besonders an Studierende, die sich an einem Aufenthalt im Ausland und darüber hinaus an einer internationalen Vernetzung der Pharmaziestudierenden interessiert zeigen. Zudem konnte man sich beim PCE (Patient Counselling Event) in simulierten Beratungsgesprächen ausprobieren. Der Wettbewerb, der nach dem internationalen Vorbild der IPSF (International Pharmaceutical Students‘ Federation) durchgeführt wurde, bot die Möglichkeit, sich durch eine Fachjury, bestehend aus Ulrich Koczian, Vizepräsident der Bayerischen Landesapothekerkammer, Elisabeth Kersten und Marco Neumann, Doktoranden der Pharmazeutischen Technologie an der Universität Greifswald, bewerten zu lassen. Die PCE-Gewinnerin ist Svenja Schirle aus Freiburg, die das simulierte Beratungsgespräch im Plenum dieser BVT am besten bewältigt hat.

 

»Zeig, was in dir steckt!« – Gemäß diesem Titel beschäftigten sich die Teilnehmer dieses Workshops mit der Ausarbeitung einer Organspende-Kampagne, die vom 25. bis 28. Juni an den unterschiedlichen Universitätsstandorten stattfinden wird und möglichst viele Leute zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema bewegen soll.

 

Ein weiteres interessantes Angebot stellte das Training zum »Strategischen Planen« dar. In diesem Workshop wurden wichtige Tipps und Hilfestellungen zum Umgang mit dem Thema Zeitmanagement erarbeitet. Ein anderer wichtiger Workshop nannte sich »Fachschaftsarbeit« und beschäftigte sich mit dem neuen Cloud-Service, dem internen Fachschaftsnetzwerk, welches zum einen den Datenaustausch untereinander erleichtert und zum anderen einen höheren Grad der Vernetzung zwischen der Fachschaften Deutschlands gewährleisten soll.

Drei Ämter neu besetzt

 

Es standen auf dieser BVT insgesamt drei BPhD-Ämter zur Wahl. Als neuer EPSA-Beauftragter des BPhD wurde David Reiner aus Frankfurt gewählt. Thomas Bammert aus Düsseldorf kandidierte für das Amt des PJ- und Recht- Beauftragten und überzeugte. Des Weiteren wurde Maira Anna Deters, ebenfalls aus Düsseldorf, als neue Beauftragte für Bildung und Tagung gewählt. Herzlich verabschiedet wurden die Amtsvorgänger Daniela Kolberg, Lena Noack und Judith Heidland. Die Delegierten und der Vorstand sind zuversichtlich, dass die drei Neuen die großartige Arbeit ihrer Amtsvorgänger ausbauen können und ebenfalls Akzente setzen werden.

 

Neben den Personalwahlen wurden auch die Austragungsorte für die 114. BVT und das elfte Pharmaweekend, der eigenen zertifizierten Fortbildungsveranstaltung des BPhD für Studierende und Pharmazeuten im Praktikum, bestimmt. Als Bewerber um den Austragungsort der 114. BVT im Sommer 2013 setze sich Berlin als Hauptstadt gekonnt in Szene und überzeugte so das Plenum. Das nächste Pharmaweekend wird 2013 in der ehemaligen Hauptstadt Bonn stattfinden.

 

Abgesehen von Wahlen erweckten einige Anträge das Interesse des Plenums. Es wurde unter anderem die Einstellung eines Assistenten zur Umsetzung des Austauschprogramms »TWINNET«, welches der EPSA (European Pharmaceutical Students‘ Association) entstammt, zugestimmt. Des Weiteren wurde ein Antrag zur Vorstandsumstrukturierung vorgelegt. Dieser impliziert die Schaffung eines Amts in Verbindung mit der Auslagerung des vorigen Amts des Student Exchange Officer (SEO) in eine Assistentenstelle. Damit wird eine Erhöhung der Kapazität für inhaltliche Konzepte angestrebt. Ein ausführliches Konzept soll bis zur nächsten BVT im November in Jena erarbeitet werden.

 

Open Space Technology

 

Eine Idee der EPSA ist der Projektversuch »Open Space Technology«. Dabei handelt es sich um eine Art Brainstorming in einer kleinen Gruppe, die dann ihre Ergebnisse einer größeren Gruppe vorstellt und eine Diskussion zulässt, wobei einige interessante Ideen gesammelt werden konnten. Diese Art der Erarbeitung einer Thematik traf auf große Resonanz bei Vorstand und Delegierten gleichermaßen.

 

Mit regem Interesse wurde die Auswertung der vom BPhD organisierten Umfrage »Was ist dein Problem?« verfolgt. Es nahmen insgesamt mehr als 1000 Studierende der Pharmazie an dieser Umfrage teil. »Wir erhoffen uns dadurch einen besseren Überblick über die vorherrschenden Probleme an den unterschiedlichen Hochschulstandorten zu erhalten, damit wir gezielt auf Lösungen hinarbeiten können«, so BPhD-Präsident Mädler.

Zudem wurden die drei besten Ausbildungsapotheken des Jahres 2011 gewürdigt. Nach der Auswertung der PJ-Fragebögen belegte die Apotheke im Ärztehaus Mickten in Dresden den dritten Platz, die Rathaus-Apotheke in Tamm den zweiten Platz und die Bodden-Apotheke in Stralsund den ersten Platz. Gerade für die Pharmazeuten im Praktikum bildet eine hervorragende Praxisausbildung die Basis für den Erfolg im späteren Arbeitsleben. Diese Bewertung bietet daher eine Möglichkeit für Studierende zu erfahren, welche Apotheken eine Chance auf eine gute Ausbildung ermöglichen.

 

Das Rahmenprogramm der BVT, organisiert von der Fachschaft Greifswald, hatte viel zu bieten. Eine hervorragende Organisation des gemeinsamen Essens und Feierns sowie die besondere Fürsorge bei der Beherbergung lieferten die notwendige Entspannung, um sich untereinander näher kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Vorbildlich war zudem das morgendliche Sportprogramm: Schwimmen gehen in der nahegelegenen Schwimmhalle.

 

Die 112. BVT in Greifswald war insgesamt eine sehr abwechslungsreiche und zugleich produktive Tagung, die in Verbindung mit einem gut gelungenen Rahmenprogramm ein großer Erfolg war. Viele der Delegierten werden sich auf dem vom 15. bis 17. Juni in Würzburg stattfindenden Pharmaweekend wiedersehen. Es ist zu hoffen, dass alle Teilnehmer neben einer angenehmen sommerlichen Bräune, viele Anregungen in ihren Uni-Alltag mitnehmen.

 

Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren: Noweda eG Apothekergenossenschaft, Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs AG, Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH, Klosterfrau Healthcare Group, Treuhand Hannover, Der Katerkiller, Ravati Seminare GmbH, Deutscher Apotheker Verlag, Boehringer Ingelheim, Adexa, Roche Pharma AG, Medipharmacosmetics – Dr. Theiss Naturwaren GmbH, Sanacorp Pharmahandel GmbH, Andreae-Noris Zahn AG, Awinta GmbH, Riemser Arzneimittel AG, Wepa Apothekenbedarf, frei Apotheken Kosmetik, Berlin-Chemie Nenarini, Fette Pharma AG, Spitzner Arzneimittel, Pflüger Homöopathische Arzneimittel, seba med, Bombastus, Gehwohl, Hast, Krewel Meuselbach, orthim, Nordost Chemie, Pohl Boskamp, Taoasis, Luvos, Dr. Kade, sanofi aventis, Glaxo Smith Kline und Govi-Verlag Pharmazeutischer Verlag GmbH. /

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